Migranten in Belarus: Merkel bittet Putin um Eingreifen in Minsk

Berlin - Die geschäftsführende Kanzlerin, Angela Merkel (67, CDU), hat Russlands Präsidenten, Wladimir Putin (69), angesichts der dramatischen Lage der Migranten an der belarussisch-polnischen Grenze gebeten, Einfluss auf die autoritäre Regierung in Minsk zu nehmen.

Die geschäftsführende Kanzlerin Merkel (67) hat Russlands Präsident Putin (69) angesichts der dramatischen Lage der Migranten an der belarussisch-polnischen Grenze gebeten, seinen Einfluss in Minsk geltend zu machen.
Die geschäftsführende Kanzlerin Merkel (67) hat Russlands Präsident Putin (69) angesichts der dramatischen Lage der Migranten an der belarussisch-polnischen Grenze gebeten, seinen Einfluss in Minsk geltend zu machen.  © Evgeny Odinokov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

Merkel habe in einem Telefonat mit Putin am Mittwoch unterstrichen, dass die Instrumentalisierung von Migranten gegen die Europäische Union durch Machthaber Alexander Lukaschenko (67) unmenschlich und vollkommen inakzeptabel sei, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin mit. Merkel habe Putin gebeten, "auf das Regime in Minsk einzuwirken".

Merkel selbst habe die Initiative zu dem Gespräch ergriffen.

Putin habe vorgeschlagen, dass sich die Europäische Union direkt mit der Führung in Belarus um eine Lösung des Problems bemühen sollte, teilte der Kreml in Moskau mit.

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Kremlsprecher Dmitri Peskow (54) wies Vorwürfe als "absolut unangebracht" zurück, dass Russland etwas mit dem Konflikt zu tun habe. Er bekräftigte zugleich, dass Russland den Bruderstaat in seiner Konfrontation mit dem Westen unterstütze.

Die polnische Regierung und die EU werfen Lukaschenko vor, gezielt Menschen aus Krisenregionen einfliegen zu lassen, um sie dann in die EU zu schleusen. Ein Großteil der Migranten und Flüchtlinge will nach Deutschland. Lukaschenko hatte angekündigt, die Menschen auf ihrem Weg nach Europa nicht länger aufzuhalten - als Reaktion auf westliche Sanktionen gegen Belarus.

Die Lage an der polnisch-belarussischen Grenze ist angespannt. Zwei größere Gruppen von Migranten durchbrachen polnischen Medienberichten vom Dienstagabend zufolge die Grenze von Belarus nach Polen. Zahlreiche weitere Menschen kampieren den Angaben nach auf belarussischer Seite im Grenzgebiet.

Titelfoto: Montage: Evgeny Odinokov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

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