"Sie wird uns fehlen": Angela Merkel sagt arrivederci

ROM - Auf ihrer vorletzten Rom-Reise als Bundeskanzlerin hat sich Angela Merkel (67) mit dem italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi (74) und Papst Franziskus (84) getroffen. Dabei wurde sie mit Lob überschüttet.

Angela Merkel (67) und der italienische Ministerpräsidenten Mario Draghi (74).
Angela Merkel (67) und der italienische Ministerpräsidenten Mario Draghi (74).  © dpa/Andrew Medichini

Die deutsche Politikerin habe eine "ganz entscheidende Rolle gespielt bei der Ausgestaltung der Zukunft Europas in ihren 16 Jahren", sagte Draghi.

Sie habe in eineinhalb Jahrzehnten allen Krisen getrotzt und das "mit Ruhe, Entschlossenheit und einer europäischen Idee", lobte Draghi.

Merkel sei eine "Meisterin des Multilateralismus" – und das in Zeiten, in denen sich viele dem Nationalismus zugewandt haben. "Und sie ist ein Beispiel für viele Mädchen und junge Frauen, die in die Politik gehen wollen. Sie wird uns fehlen", unterstrich der Ministerpräsident.

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Obwohl die Bundeskanzlerin für den G20-Gipfel Ende Oktober noch einmal in offizieller Funktion nach Rom kommen wird, kündigte sie bereits an, auch als Privatperson in die Ewige Stadt zurückzukehren.

"Meine Liebe zu Italien werde ich in ganz anderer Form noch leben können, wenn ich nicht mehr Bundeskanzlerin bin", sagte sie.

Mit dem Papst sprach Merkel über die Klimakrise

Mit Papst Franziskus (84) sprach die Kanzlerin vor allem über die Klimakrise.
Mit Papst Franziskus (84) sprach die Kanzlerin vor allem über die Klimakrise.  © dpa/Vatican Media

Während ihrer Privataudienz bei Papst Franziskus sprach Merkel indes über die Herausforderungen in der Klimakrise. Es sei für sie "sehr wichtig und ermutigend", dass dieses Thema auch "vom Heiligen Vater bearbeitet wird", so die Kanzlerin.

Papst Franziskus setzt sich seit Jahren für einen besseren Klimaschutz ein. Zuletzt hatte der Pontifex gemeinsam mit knapp 40 anderen Kirchenführern einen gemeinsamen Appell an die Weltgemeinschaft vor dem Weltklimagipfel COP26 in Glasgow geschickt.

Bei ihrem voraussichtlich letzten Besuch des Vatikans als Kanzlerin sprach Merkel auch über den Kampf gegen Kindesmissbrauch. Vor der Papstaudienz besuchte sie deshalb ein Institut der Päpstlichen Universität Gregoriana, wo sie unter anderem auf den deutschen Pater Hans Zollner traf, den päpstlichen Kinderschutzbeauftragten.

"Ich wollte mit meinem Besuch dort unterstreichen, dass wir glauben, dass die Wahrheit ans Licht kommen muss und dass das Thema Kindesmissbrauch aufgearbeitet werden muss", sagte Merkel in einem Saal neben dem Campo Santo Teutonico, dem deutschen Friedhof.

Titelfoto: dpa/Vatican Media

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