"Uns ist das Ding entglitten": Kanzlerin Merkel mit vernichtender Einschätzung

Berlin - Vor fast genau einem Jahr wurde in Deutschland der erste Coronavirus-Fall bekannt. Noch immer hat die Pandemie das Land im Griff, viele fragen sich, wie es weiter geht. Die Fäden hält Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) in der Hand. Sie hat bei einer internen Videoschalte mit den Union-Fraktionschefs von Bund und Ländern laut Bild Klartext gesprochen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) schätzt die Corona-Lage in Deutschland als "Pulverfass" ein.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) schätzt die Corona-Lage in Deutschland als "Pulverfass" ein.  © Michael Kappeler/dpa

Wann endlich Lockerungen kommen, fragen sich wohl viele.

"Wir können jetzt nicht über Öffnungen sprechen" und "die Öffnungen Mitte Februar sind nicht gesichert", lauten nur zwei Aussagen der Kanzlerin, die deutlich machen, dass sich am Lockdown-Status-quo wohl so schnell nichts ändern wird. Ihre Hoffnungen setzt Merkel in die Impfungen.

"Die Geschichte der Menschheit ist voller Pandemien. Bei der Spanischen Grippe gab es keinen Impfstoff. Jetzt haben wir Aussicht auf ein Ende. Daran müssen wir arbeiten und die Zahl der Fälle klein halten. Dann gibt es auch keine Mutationen“, soll die 66-Jährige gesagt haben.

Die Virus-Mutationen bereiten Grund zur Sorge. Teilweise sollen Gesundheitsämter keine Möglichkeit der Kontaktnachverfolgung mehr haben.

"Uns ist das Ding entglitten", seien die dramatischen Worte der CDU-Politikerin gewesen.

Bundeskanzlerin Merkel will Reisen unattraktiver machen

Merkel schätzt die Lage als "Pulverfass" ein und hat sich eine Frage schon mehrmals gestellt, diese auch in Beratungs-Runden immer wieder ausgesprochen.

"Warum können wir die Reisen nicht verbieten?", soll Merkel wiederholt gefragt haben. Sie verstehe den Widerspruch zwischen 15 Kilometern Sperrzone und einem Reiseverbot nicht.

Oft sei ihr mit der Argumentation begegnet worden, dass die Bundesrepublik ein "freies Land" sei. Die Kanzlerin soll eine Ausdünnung des Flugverkehrs und auch Quarantäne-Maßnahmen befürworten, um Reisen unattraktiver zu machen.

Titelfoto: Michael Kappeler/dpa

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