Trotz Denunziantentum-Kritik: Baerbock kann sich Steuerpranger auch bundesweit vorstellen!

Berlin/Stuttgart - Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock (40) kann sich eine anonyme Meldeplattform zur Ermittlung von Steuerbetrügern wie in Baden-Württemberg auch auf Bundesebene vorstellen.

Annalena Baerbock (40), Kanzlerkandidatin der Grünen.
Annalena Baerbock (40), Kanzlerkandidatin der Grünen.  © Kay Nietfeld/dpa

"Wir müssen Orte schaffen, wo auch gemeldet werden kann, wenn man weiß, dass es zu heftigem Steuerbetrug kommt", sagte die Grünen-Kanzlerkandidatin am Mittwochabend bei der "Bundestagswahl-Show" im Fernsehsender Prosieben.

Das werde nun in Baden-Württemberg gemacht und wäre eigentlich "auch Aufgabe eines Bundesfinanzministers gewesen", sagte Baerbock. "Die nächste Bundesregierung sollte das auch einführen."

Zuvor war Baden-Württembergs Finanzminister Danyal Bayaz (37, Grüne) heftig für die Einführung des bislang bundesweit einmaligen Hinweisportals kritisiert worden.

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Union, FDP und AfD argumentierten, dass ein solches Portal Denunziantentum fördere.

Baerbock verteidigte das EU-weite Anliegen, gegen Steuerbetrug und Geldwäsche konsequent vorzugehen. Deutschland habe hier ein "dickes Problem", sagte die Grünen-Kandidatin.

Vergleiche mit dem Staatssicherheitsdienst der DDR (Stasi), der Menschen verfolgt habe, kritisierte sie als unpassend. "Das verhöhnt aus meiner Sicht all diejenigen, die in einer Diktatur gelebt haben."

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa

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