Armin Laschet unter Feuer: Flut-Betroffene schimpfen über "riesengroße Versager"

Swisttal – Bei einem Ortsbesuch im Hochwassergebiet von Swisttal im Rhein-Sieg-Kreis ist Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (60, CDU) schwer unter Beschuss geraten.

Armin Laschet (60, CDU) stellt sich im Hochwassergebiet von Swisttal den kritischen Fragen der Anwohner.
Armin Laschet (60, CDU) stellt sich im Hochwassergebiet von Swisttal den kritischen Fragen der Anwohner.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Beim Gang des Unions-Kanzlerkandidaten durch die zerstörten Straßen entlud sich am Montag, zweieinhalb Wochen nach Beginn der Unwetterkatastrophe, der Ärger vieler Anwohner über fehlende Hilfe vor Ort.

Bislang habe er weder Hilfe von der Landesregierung noch von der örtlichen Verwaltung gesehen, klagte ein Mann. Stattdessen hätten junge Leute beim Aufräumen geholfen.

Auch ein anderer Mann schimpfte über "riesengroße Versager" und drohte - auch in Laschets Richtung: "Sie werden es bei der Wahl merken." Am 26. September ist Bundestagswahl.

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Eine aufgebrachte Frau fragte den Ministerpräsidenten: "Haben Sie schon mal eine Woche im Schlamm gebuddelt?!"

Und ein Mann beklagte eine Verunsicherung der Bevölkerung in der Unwetternacht durch falsche Warnungen vor einem angeblich bevorstehenden Bruch der Steinbachtalsperre über Facebook. Dies wäre zu verhindern gewesen, wenn die Gemeinde aktuelle Informationen auf ihrer Seite gehabt hätte, sagte er. Dies habe es aber nicht gegeben - auch keine Alarmierung.

Kindergarten-Vorstand bläst Armin Laschet den Marsch: "In die Pötte kommen"

Patrick Richelt, Vorstand eines Kindergartens in Swisttal-Heimerzheim, klagte: "Infrastruktur im Dorf haben wir nicht mehr. Alle kleinen Geschäfte, alle Familienunternehmen im Dorf - das ist alles abgesoffen. Wir haben keine Schule mehr."

Laschet müsse jetzt konkrete Hilfe ankündigen. "Er muss. Wir müssen in die Pötte kommen. Nicht das übliche Genehmigungsverfahren von zig Monaten. Wir brauchen schnelle Lösungen", sagte Richelt.

Laschet versicherte mehrfach, er sei vor Ort, um sich ein Bild zu machen und werde sich um Hilfe kümmern.

Titelfoto: Rolf Vennenbernd/dpa

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