Grobe Fehler bei Armin Laschets Urnengang: Ist die Stimme des CDU-Kandidaten nun ungültig?

Aachen - Unionskanzlerkandidat Armin Laschet (60) wählte am Sonntag in seinem Wohnort im nordrhein-westfälischen Aachen. Dabei hat er jedoch offenbar eine der wichtigsten Regeln der Bundestagswahl nicht beachtet.

Armin Laschet (60) bei der Stimmabgabe zur Bundestagswahl. Seinen Zettel hatte er nicht nach innen gefaltet, sodass man nur die blanke Rückseite sehen kann, sondern nach außen.
Armin Laschet (60) bei der Stimmabgabe zur Bundestagswahl. Seinen Zettel hatte er nicht nach innen gefaltet, sodass man nur die blanke Rückseite sehen kann, sondern nach außen.  © Federico Gambarini/dpa-POOL/dpa

Allgemein, frei, unmittelbar, gleich und geheim: Das sind die Grundprinzipien, nach denen in Deutschland gewählt wird und die unbedingt einzuhalten sind.

Als der Spitzenkandidat der Union jedoch kurz nach 11 Uhr seinen Wahlzettel in die Urne warf, konnte jeder der umstehenden Personen, darunter Fotografen und Kamerateams, einen Blick auf seine Stimmenabgabe erhaschen!

Denn der 60-Jährige hatte seinen Wahlschein so gefaltet, das klar erkennbar war, wo er seine Kreuze gesetzt hatte und ihn dann auch noch einen Moment lang festgehalten.

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Ist die Stimme des Kanzlerkandidaten damit ungültig?

Wie wir bereits in unserem Artikel "Gut zu wissen: Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Bundestagswahl" geklärt hatten, darf man seinen ausgefüllten Wahlzettel nicht öffentlich teilen.

Armin Laschet hat offensichtlich gegen Bundeswahlordnung verstoßen

Seiner Ehefrau Susanne (59) ist offensichtlich der gleiche Fehler unterlaufen.
Seiner Ehefrau Susanne (59) ist offensichtlich der gleiche Fehler unterlaufen.  © Federico Gambarini/dpa-POOL/dpa

Auf der Website des Bundeswahlleiters heißt es dazu: "Niemand soll nachvollziehen können, welche Person für welche Wahlvorschläge gestimmt hat. Das Wahlgeheimnis ist verletzt, sobald der ausgefüllte und in die Urne geworfene Stimmzettel einer Person zugeordnet werden kann. Das Verbot schützt außerdem die Freiheit der Wahl. Andere Wähler sollen vor einer Beeinflussung bei ihrer eigenen Stimmabgabe geschützt werden."

Der örtliche Wahlleiter hätte Laschets Stimme also aufgrund des Verstoßes eigentlich zurückweisen müssen. So sieht es zumindest die Bundeswahlordnung vor.

Das war aber nicht das einzige Problem: Wie auf den Bildern zu sehen ist, scheint auch die Wahlurne nicht richtig verschlossen zu sein!

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Das Vorhängeschloss wirkt zumindest so, als sei es nicht ganz zu, wie einige findige Twitter-User feststellten.

War die Wahlurne überhaupt richtig verschlossen?

Bundeswahlleiter: Armin Laschets Stimmenabgabe bleibt gültig

Auf Twitter hat sich nun auch die Pressestelle des Bundeswahlleiters geäußert: "Kommt es zu einer Fehlfaltung, teilt der Wahlvorstand einen neuen Stimmzettel aus. Gelangt der Stimmzettel dennoch in die Wahlurne, kann er nicht mehr aussortiert werden und ist gültig".

Zudem heißt es: "Ein bundesweit bekannter Politiker hat wie erwartet seine eigene Partei gewählt. Eine Wählerbeeinflussung kann darin nicht gesehen werden."

Viel Spott für Armin Laschets Stimmenabgabe auf Twitter

Der Spott im Netz ließ erwartungsgemäß nicht lang auf sich warten. Auf Twitter machten sich zahlreiche Nutzer mit Kommentaren wie "Immer wieder für eine Überraschung gut: Laschet weiß nicht, wie man Stimmzettel faltet, aber lehnt Wahlrecht für 16-Jährige ab" über den Fauxpas lustig.

Laschet hatte zusammen mit seiner Frau Susanne (59) am Sonntagvormittag in einer Aachener Grundschule gewählt.

Vor Betreten des Lokals ließ er verlauten, es komme auf jede Stimme an, "damit Demokraten am Ende eine neue Regierung bilden können".

Titelfoto: Federico Gambarini/dpa-POOL/dpa

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