Hitzige Debatte: Studentin (22) lässt Armin Laschet bei einem Thema alt aussehen

Köln – Souverän sieht anders aus: Unionskanzlerkandidat Armin Laschet (60, CDU) ist bei einer Debatte mit einer Studentin in dem RTL-Format "Am Tisch mit..." mächtig ins Schwimmen geraten.

Armin Laschet (60, CDU) hat bei einer Debatte mit einer Studentin keine vorteilhafte Figur abgegeben.
Armin Laschet (60, CDU) hat bei einer Debatte mit einer Studentin keine vorteilhafte Figur abgegeben.  © Guido Kirchner/dpa

Insgesamt vier Gästen musste der NRW-Ministerpräsident und Kanzleramts-Anwärter am Sonntagabend vor laufenden Kameras Rede und Antwort stehen. Dabei ging es unter anderem um die aktuelle Pflegesituation in Deutschland, die Themen Ausbildung und frühkindliche Erziehung, sowie die mögliche Einführung einer Vermögenssteuer.

Hitzig wurde es jedoch speziell bei einem Punkt: Laschets Klimapolitik. Die 22-jährige Kultur- und Medienpädagogik-Studentin Arian Feigl-Berger, die sich bei "Students for Future" engagiert, nahm den CDU-Chef in die Mangel.

"Herr Laschet, ihr Partei-Programm reicht bei Weitem nicht aus, um irgendwelche Klimaschutzziele einzuhalten. Was sind ihre ganz konkreten Sofortmaßnahmen, um unser aller Heimat vor weiteren Klimakatastrophen zu schützen?", wollte die Klimaaktivistin wissen.

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"Also, ich glaube, unser Programm reicht aus, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen", setzte Laschet zu einer versöhnlichen Antwort an - für Feigl-Berger direkt der erste Fauxpas. "Nein, das stimmt nicht", grätschte die Studentin dazwischen und brachte den CDU-Politiker damit sichtlich zum Schlucken.

Studentin feuert gegen Armin Laschet: "Glauben kann man viel"

In dem RTL-Format "Am Tisch mit Armin Laschet" musste der Kanzlerkandidat Frage und Antwort stehen.
In dem RTL-Format "Am Tisch mit Armin Laschet" musste der Kanzlerkandidat Frage und Antwort stehen.  © RTL

"Das große Ziel ist es, klimaneutrales Industrieland zu schaffen", beharrte Laschet. "Das ist ein wichtiges Ziel, aber der erste Fakt ist schon mal falsch", ließ Feigl-Berger nicht locker.

"Ihr Parteiprogramm reicht nicht mal aus, um die nationalen Klimaziele zu erreichen, nicht mal zur Hälfte. Und die nationalen sind gerade mal die Hälfte von dem, was wir für das Pariser Abkommen bräuchten. Das heißt, Ihr Parteiprogramm reicht gerade mal für ein Viertel von Paris", führte die 22-Jährige ins Feld. Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung habe das ergeben.

Laschets Verteidigungsversuch ("Ich glaube, dass die Ziele ausreichen") scheiterte abrupt: "Glauben kann man viel."

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Der Kanzlerkandidat konnte seinen Verdruss über so viel Direktheit danach nur schwer überspielen: "Es gibt da andere Studien, es gibt ja nicht immer nur eine Meinung, auch bei der Klimapolitik."

Und außerdem: "Mir ist das Klimathema so wichtig. Es gibt keinen deutschen Ministerpräsidenten und kein Bundesland, das so viel CO2 reduziert wie NRW und ich persönlich." Wirklich überzeugen konnte Laschet seine Diskussionspartnerin damit nicht - im Gegenteil.

Armin Laschet hadert, Moderator Peter Kloeppel muss eingreifen

Schließlich musste Gastgeber Peter Kloeppel (62) eingreifen, um das Wortgefecht, bei dem sich immer wieder ins Wort gefallen wurde, zu beenden, und Laschet aus seiner unangenehmen Defensivlage zu befreien.

An Feigl-Berger gerichtet, startete der Moderator einen Besänftigungsversuch: "Wir hoffen, dass Sie auch weiter Ihre Stimme erheben, auch gerade die jungen Leute, wenn Sie das Gefühl haben, da wird nicht genug getan." Mehr Zeit, um dieses Vorhaben direkt in die Tat umzusetzen, räumte Kloeppel der Studentin jedoch nicht ein.

Die komplette Folge "Am Tisch mit Armin Laschet - Zuschauer fragen, der Kanzlerkandidat antwortet" vom gestrigen Sonntagabend gibt es zurzeit kostenlos im Stream bei TVNOW zu sehen.

Titelfoto: Guido Kirchner/dpa

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