Kämpferischer Armin Laschet auf CSU-Parteitag: Mit klarem Kurs zum Wahlsieg?

Nürnberg - War dieser Auftritt eine der letzten Chancen von Armin Laschet (60, CDU), das Ruder im Bundestagswahlkampf doch noch herumzureißen? Bei seiner Rede auf dem CSU-Parteitag am Samstag in Nürnberg zeigte sich der Unions-Kanzlerkandidat kämpferisch, gestand aber zugleich auch ein, dass es "Spitz auf Knopf" stehe.

Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet (60) spricht beim Parteitag der CSU. War dies eine seiner letzten Chancen, das Ruder im Bundestagswahlkampf doch noch herumzureißen?
Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet (60) spricht beim Parteitag der CSU. War dies eine seiner letzten Chancen, das Ruder im Bundestagswahlkampf doch noch herumzureißen?  © Daniel Karmann/dpa

Vorab: Der Empfang für Laschet war freundlich. In der Heimat von Markus Söder (54, CSU) gab es viel Jubel und minutenlangen Applaus.

"Ich weiß nicht, ob Du überall so euphorisch begrüßt wirst, bei uns wirst Du es", so ein CSU-Chef, der sich in den letzten Tagen des Wahlkampfes ganz hinter seinen strauchelnden Erzrivalen zu stellen scheint. "Wir wollen, dass Du Kanzler der Bundesrepublik Deutschland wirst. Die Bühne gehört Dir."

Diese nutzte Laschet, um ordentlich gegen die politische Konkurrenz auszuteilen.

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"Steuererhöhungen und mehr Bürokratie werden den Wohlstand gefährden", sagte er mit Blick auf die Pläne von SPD und Grüne. Das zarte Pflänzchen Wachstum nach der Corona-Pandemie dürfe nicht gefährdet werden.

"Es ist nicht egal, wer in der nächsten Bundesregierung sitzt."

Eine Regierungsbeteiligung der Linken sei gefährlich für Deutschland

Kanzlerkandidat Olaf Scholz (63, SPD) würde sich laut Laschet die Hintertür einer Koalition mit der Linken offenhalten.
Kanzlerkandidat Olaf Scholz (63, SPD) würde sich laut Laschet die Hintertür einer Koalition mit der Linken offenhalten.  © Swen Pförtner/dpa

Dem SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz (63) warf der CDU-Vorsitzende weiter vor, sich über die Hintertür eine Koalition mit der Linken offenzuhalten.

Deren Regierungsbeteiligung sei aber gefährlich für Deutschland.

Als konkrete Beispiele nannte Laschet hier die ablehnende Haltung gegenüber der NATO, das Nein zu wesentlichen EU-Verträgen und dass zuletzt nicht einmal dem Rettungseinsatz deutscher Bürger aus Afghanistan zugestimmt wurde.

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Neben der üblichen Kritik an den Rivalen gestand der gebürtige Aachener ein, dass zuletzt natürlich "nicht alles optimal gelaufen" sei. Das "wissen wir ja selbst".

Nun müsse man den Menschen erklären, dass es in der Wahl darum gehe, wer in den entscheidenden Momenten der deutschen Geschichte für den richtigen Weg stehe - und das seien eben die CDU und die CSU.

"Wir wollen jetzt die Bundestagswahl zusammen mit klarem Kurs gewinnen."

Stimmen für die Freien Wähler seien Stimmen für Rot-Rot-Grün

Das wird dem Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger (50) nicht gefallen: Laschet bezeichnete jede Stimme für die Freien Wähler als eine Stimme für Rot-Rot-Grün.
Das wird dem Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger (50) nicht gefallen: Laschet bezeichnete jede Stimme für die Freien Wähler als eine Stimme für Rot-Rot-Grün.  © Eric Münch

Gar nicht zufrieden mit der Rede dürfte hingegen Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger (50) gewesen sein.

Der hatte zuletzt noch im BundesTAG24-Interview damit geliebäugelt, beim Überspringen der Fünf-Prozent-Hürde das entscheidende Zünglein an der Koalitionswaage spielen zu können.

Nun sagte Laschet trocken: "Jede Stimme für die Freien Wähler ist eine Stimme für Rot-Rot-Grün", da diese es nicht über 5 Prozent schaffen würden.

TV-Tipp: Die Kanzlerkandidaten von CDU/CSU, SPD und Grünen treffen am Sonntagabend in einem weiteren Triell aufeinander. ARD und ZDF übertragen ab 20.15 Uhr, anschließend talkt Anne Will (55) im Ersten mit Gästen wie Jens Spahn (41, CDU), Malu Dreyer (60, SPD) oder Katrin Göring-Eckhardt (55, Grüne).

Titelfoto: Daniel Karmann/dpa

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