Kichern in der Katastrophe: Nach Armin Laschet reagiert auch Landrat auf Kritik

Erftstadt – Nach Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet (60, CDU) zeigt auch der Landrat des Rhein-Erft-Kreises Reue: Frank Rock (50, CDU) bedauert den Eindruck eines heiteren Gesprächs in der Hochwasser-Stadt Erftstadt während des Besuchs von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (65, SPD).

Landrat Frank Rock (50, CDU, r.) war mit Frank-Walter Steinmeier (65, SPD, 2.v.l.) und Armin Laschet (60, M.) im Krisengebiet vor Ort, um sich ein Bild der Schäden durch das Hochwasser zu machen.
Landrat Frank Rock (50, CDU, r.) war mit Frank-Walter Steinmeier (65, SPD, 2.v.l.) und Armin Laschet (60, M.) im Krisengebiet vor Ort, um sich ein Bild der Schäden durch das Hochwasser zu machen.  © Staatskanzlei NRW/Land NRW/dpa

Rock erklärte am Sonntag, sollte er damit die Gefühle von Menschen verletzt haben, entschuldige er sich dafür ausdrücklich. "Auch der Landrat ist nur ein Mensch und macht Fehler", sagte er in einer Pressemitteilung.

Auf Fernsehbildern und Aufnahmen von Fotografen war der CDU-Chef und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen während einer Rede des Bundespräsidenten in Erftstadt im Hintergrund zu sehen. In einer Sequenz scherzen Laschet und seine Begleiter, zu denen Rock gehörte.

Zu sehen ist, wie Laschet sich lachend zu seinen Begleitern dreht. Bei Twitter gab es daraufhin Kritik am Kanzlerkandidaten der Union.

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Laschet erklärte schon am Samstag auf Twitter, er bedauere den Eindruck, der durch eine Gesprächssituation entstanden sei. "Dies war unpassend und es tut mir leid", schrieb er.

Steinmeier und Laschet sowie örtliche Vertreter, darunter der Landrat, hatten in Erftstadt mit Hochwasser-Helfern und Feuerwehrleuten gesprochen. In der Stadt waren in den vergangenen Tagen Häuser und Autos weggespült worden.

Armin Laschet (60, CDU) lachte im Hintergrund eines Interviews zur Flut-Katastrophe in Erftstadt. Der Landrat Frank Rock (50, CDU) gehörte zu seinen Begleitern.
Armin Laschet (60, CDU) lachte im Hintergrund eines Interviews zur Flut-Katastrophe in Erftstadt. Der Landrat Frank Rock (50, CDU) gehörte zu seinen Begleitern.  © Marius Becker/dpa

Armin Laschet entschuldigt sich in einem Tweet

Landrat über Situation in Erftstadt: "Habe mit Betroffenen geweint"

In einer persönlichen Erklärung betonte der Landrat am Sonntag, man habe sich in einer sehr anstrengenden und auch emotional aufgeladenen Situation befunden.

"Ich habe gestern mit Betroffenen geweint, aber auch in einer kurzen Situation gelacht", sagte er. Diese kurze Situation sei von Kameras eingefangen worden.

Update, 20.20 Uhr: Laschet ärgert sich über sich selbst

Armin Laschet hat sein Lachen während einer Rede von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Hochwassergebiet als unpassend und unangemessen bezeichnet.

"Ich war den ganzen Tag unterwegs, es gab emotionale Begegnungen, die mich auch wirklich erschüttert haben. Und deshalb ärgere ich mich umso mehr über diese wenigen Sekunden", sagte der Kanzlerkandidat der Union am Sonntagabend der "Aktuellen Stunde" im WDR-Fernsehen. "Das war unpassend, es ist nicht in Ordnung, in einem solchen Moment zu lachen."

Er habe kein Wort von dem verstanden, was der Bundespräsident gesagt habe, erklärte Laschet. "Aber es ist trotzdem in einem solchen Moment unpassend, unangemessen. Ich ärgere mich darüber und es tut mir aufrichtig leid, weil ich gerade sehr viel Leid erlebe und mit so vielen Menschen gesprochen habe und dieses Bedauern mit aller Kraft ausdrücken möchte."

Titelfoto: Montage: Marius Becker/dpa, Staatskanzlei NRW/Land NRW/dpa

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