Laschet und Söder wollen Kanzlerkandidatur noch diese Woche klären

Düsseldorf/Berlin – Es bleibt spannend: Die Entscheidung über die Kanzlerkandidatur der Union dürfte in den nächsten Tagen fallen. CDU-Chef Armin Laschet (60) und CSU-Chef Markus Söder (54) wollen noch in dieser Woche eine Klärung herbeiführen.

CDU-Chef Armin Laschet (60) drängt auf eine baldige Entscheidung über die Kanzlerkandidatur der Union.
CDU-Chef Armin Laschet (60) drängt auf eine baldige Entscheidung über die Kanzlerkandidatur der Union.  © Michael Kappeler/dpa

"Ich will, dass wir sehr schnell, sehr bald, möglichst in dieser Woche zu einer guten Entscheidung kommen", sagte Laschet am Dienstagabend nach einem Auftritt mit Söder vor der Unionsfraktion im Bundestag.

Söder erklärte: "Armin und ich haben vereinbart, dass wir uns in dieser Woche auch abschließend dann besprechen werden, wie es weitergehen wird."

In der CDU/CSU-Bundestagsfraktion hatten sich Söder und Laschet zuvor einen offenen Schlagabtausch geliefert. "Wir brauchen keine One-Man-Show", sagte Laschet nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur von Teilnehmern offenbar in Richtung Söder. Dieser wies demnach darauf hin, dass Wahlen persönlichkeitsgeprägt seien und Fernsehduelle eine wichtige Rolle spielten.

"Wir brauchen ein gutes Team, aber Spitze ist auch entscheidend." Dies konnte als Hinweis auf seine wesentlich besseren Umfragewerte verstanden werden.

Nach Laschet-Söder-Treffen: Offenbar keine ganz klare Tendenz

CSU-Chef Markus Söder (54) hat im Rennen um die Kanzlerkandidatur der Union die Rückendeckung seiner Partei.
CSU-Chef Markus Söder (54) hat im Rennen um die Kanzlerkandidatur der Union die Rückendeckung seiner Partei.  © Michael Kappeler/dpa

Am Montag hatten die Präsidien von CDU und CSU jeweils ihrem Vorsitzenden den Rücken für die Kanzlerkandidatur gestärkt. Söder bestand aber darauf, auch ein Meinungsbild der Bundestagsfraktion einzuholen. Dort gab es dann am Dienstag nach Teilnehmerangaben Dutzende Wortmeldungen - insgesamt mehr für Söder als für Laschet.

Der bayerische Ministerpräsident habe auch etwa doppelt so lang geredet wie sein NRW-Kollege, hieß es. Durchgängig forderten die Abgeordneten, die Entscheidung schnell zu treffen.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter (57) aus Baden-Württemberg sagte am Abend im "heute journal" des ZDF, es habe ein spannendes Meinungsbild gegeben, aber keine ganz klare Tendenz.

Der CDU-Abgeordnete Norbert Barthle (69) aus demselben Landesverband meinte dagegen, die Stimmungslage habe "eindeutig wiedergegeben", dass Rückendeckung für Laschet vor allem aus seinem NRW-Landesverband komme, die anderen Landesverbände dagegen zu Söder tendierten.

CSU-Generalsekretär Markus Blume (46) sprach von einer sehr guten, offenen, ehrlichen Aussprache. Söder sei derjenige, "der da draußen unheimlich stark und gut ankommt", sagte er in der ZDF-Talkshow "Markus Lanz". Wichtig sei die Frage, was die Unionsparteien in der Breite dächten. "Wir wollen eine Bewegung erzeugen. Und wir wollen den Besten aufstellen", sagte Blume. "Da sind die zwei, drei Tage gut investiert."

Titelfoto: Montage: Michael Kappeler/dpa

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