Reaktionen auf Laschet-Wahl: Neben Glückwünschen auch Skepsis

Berlin/München - CDU-Chef Armin Laschet (60) hat sich im Showdown um die Kanzlerkandidatur gegen seinen bayerischen Widersacher Markus Söder (54, CSU) durchgesetzt. TAG24 hat für Euch die wichtigsten Stimmen aus der Politik zusammengefasst:

Armin Laschet (60, CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und Kanzlerkandidat der Union.
Armin Laschet (60, CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und Kanzlerkandidat der Union.  © dpa/Kay Nietfeld

Annalena Baerbock (40, Grüne): Die Grünen-Chefin und Kanzlerkandidatin schrieb nach dem Votum für Armin Laschet (60) auf Twitter, dass sie nun "auf einen fairen Wahlkampf um die Führung dieses Landes" setze, sowie "darum, wer die nötigen Veränderungen energisch vorantreibt, damit wir die Herausforderungen meistern“.

Olaf Scholz (62, SPD): "Ich freue mich auf eine sachliche Debatte über Inhalte und den Wettstreit um die besten Ideen für unser Land. Glück auf!", so der SPD-Kanzlerkandidat auf Twitter.

Christian Lindner (42, FDP): Der FDP-Chef betonte mit Blick auf die gemeinsame Regierungsarbeit in NRW die vielen Übereinstimmungen. "Herr Laschet ist ein Regierungs-Chef und Verhandlungspartner, den wir für seine Fairness schätzen." Man wünsche ihm "viel Erfolg, soweit er nicht zu unseren Lasten geht“.

Susanne Hennig-Wellsow (43, Linke): Die Linken-Co-Chefin kritisierte die Kandidaten-Kür. "Nach Wochen unermüdlicher Grabenkriege" hätten die "CDU-Altvorderen" Laschet durchgedrückt. "Ich will gar nicht wissen, womit die CDU hinter verschlossenen Türen Markus Söder zum Rückzug gezwungen hat, aber eine souveräne Kandidatenkür sieht anders aus." Laschet sei der "der maximale Krampf-Kandidat einer krisengeschüttelten" Union.

AfD findet, CDU hat "schon jetzt verloren"

Jörg Meuthen (59, r.), AfD-Bundessprecher.
Jörg Meuthen (59, r.), AfD-Bundessprecher.  © dpa/Kay Nietfeld

Friedrich Merz (65, CDU): Der Laschet-Rivale um den CDU-Parteivorsitz warb auf Twitter dafür, nun "den Blick nach vorn" zu richten. "Raus aus dem Klein-Klein, konkrete Vorschläge für die Bundestagswahl, ein Modernisierungsjahrzehnt für Deutschland!"

Markus Blume (46, CSU): Der CSU-Generalsekretär bezeichnete den unterlegenen Markus Söder (54, CSU) indes als "Kandidat der Herzen". "Aber in der Demokratie und gerade auch in der innerparteilichen Demokratie entscheidet etwas anderes, nämlich am Ende die Mehrheit."

Jörg Meuthen (59, AfD): Der AfD-Chef sieht das Land auf dem Weg in eine schwarz-grüne Koalition und urteilt deshalb, Deutschland habe "schon jetzt verloren". Die Union habe sich dem "dem linksgrünen Zeitgeist, den bereits Angela Merkel tief in die Union getragen hat", völlig ergeben. "Das bedeutet im Klartext: wer CDU wählt, bekommt am Ende tatsächlich grün."

"Das Beste daraus machen"

Ein Kommentar von Paul Hoffmann

Berlin - Die Entscheidung ist gefallen. Mit Armin Laschet schickt die Union den in der Bevölkerung deutlich unbeliebteren Kandidaten ins Rennen um die Kanzlerschaft - nun gilt es, das Beste daraus zu machen.

TAG24-Redakteur Paul Hoffmann hat eine klare Meinung zum Unions-Kanzlerkandidaten.
TAG24-Redakteur Paul Hoffmann hat eine klare Meinung zum Unions-Kanzlerkandidaten.  © Petra Hornig

Es ist ein Spiel mit dem Feuer, waren CDU/CSU doch schon vor der Klärung der K-Frage wegen ihrer Corona-Politik in den Umfragen deutlich abgestürzt.

Wie also weiter? Die Union muss jetzt schnellstens ihre Wunden lecken und die entstandenen innerparteilichen Gräben wieder schließen. Laschet muss liefern und die Kritiker sich gesprächsbereit zeigen.

Für CDU und CSU gilt es jetzt, mit ihrem vergleichsweise unbeliebten Kanzlerkandidaten das Bestmögliche zu erreichen und durch kluge Politik vielleicht noch den ein oder anderen Kritiker verstummen zu lassen.

Im Gegensatz zum ehemaligen SPD-Kandidaten Martin Schulz, der vor vier Jahren fulminant startete und dann rasant abfiel, kann es für den NRW-Ministerpräsidenten eigentlich nur besser werden.

Chancen zu glänzen gibt es für Laschet ja zur Genüge - beispielsweise bei der Optimierung des unglücklichen Corona-Managements seiner Partei.

Titelfoto: dpa/Kay Nietfeld

Mehr zum Thema Armin Laschet:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0