Wahlkampf im Ländle: Wie kommt Armin Laschet aus dem Umfrage-Tief?

Heidelberg - Knapp drei Wochen vor der Bundestagswahl will Kanzlerkandidat Armin Laschet (60, CDU) der Führung der Südwest-CDU erklären, wie er sich aus dem Umfragetief zu befreien gedenkt.

Seine Umfragewerte waren schon mal besser: Armin Laschet (60, CDU).
Seine Umfragewerte waren schon mal besser: Armin Laschet (60, CDU).  © Bernd Thissen/dpa

Laschet besucht am Montag (11.15 Uhr) den Landesvorstand, der ausnahmsweise in Heidelberg tagt. Die Landes-CDU war in der Kanzlerfrage klar für CSU-Chef Markus Söder (54) gewesen.

Allerdings hatte Landesparteichef und Bundesvize Thomas Strobl (61) in den Bundesgremien deutlich für Laschet plädiert.

Am Morgen (9 Uhr) beantwortet der nordrhein-westfälische Ministerpräsident beim "Wahlcheck" der Heilbronner Stimme zunächst eine gute Stunde lang Fragen.

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Nach dem Besuch des Landesvorstands in Heidelberg fährt Laschet weiter nach Walldorf, wo er Europas größten Softwarehersteller SAP besucht. Anschließend will der 60-Jährige eine Pressekonferenz (13.40 Uhr) geben.

Im Endspurt zur Bundestagswahl am 26. September steht Laschet unter Druck: Die Union ist unter seiner Führung im vergangenen Monat in manchen Umfragen auf bis zu 20 Prozent abgestürzt und von der SPD überholt worden.

Die Südwest-CDU ist der zweitgrößte Landesverband und hofft trotz der Umfragemisere darauf, wieder alle 38 Direktmandate zu holen.

Update 6.42 Uhr: Laschet warnt vor Linksrutsch

Drei Wochen vor der Bundestagswahl hat Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet in Baden-Württemberg vor einem Linksrutsch gewarnt. "Wenn Rot-Rot-Grün rechnerisch möglich wird, werden sie es machen", rief der CDU-Vorsitzende am Sonntagabend bei einer Wahlkampfkundgebung in Essingen im Ostalbkreis seinen etwa 500 Zuhörern zu. SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz sei nicht bereit, eine Koalition mit der Linken auszuschließen, obwohl diese die Nato und den Verfassungsschutz auflösen wollten. Laschet räumte angesichts der Umfragewerte von 20 bis 22 Prozent für CDU und CSU ein, dass der Wahlkampf der Union bisher nicht rund gelaufen sei. "Es sind auch Fehler passiert, das muss man auch zugeben." Doch jetzt gehe es um eine «Richtungswahl» und die CDU müsse nun im Endspurt kämpfen.

CDU-Landeschef Thomas Strobl sagte in Essingen, ihm komme Scholz vor wie ein «trojanisches Pferd», weil die Linken in der SPD wie Saskia Esken, Kevin Kühnert oder Ralf Stegner die Partei fest im Griff hätten. Der CDU-Bundesvize erinnerte daran: "Koalitionsverhandlungen werden von Parteien geführt." SPD-Vorsitzende sind Esken und Norbert Walter-Borjans. Strobl warnte auch davor, die FDP zu wählen, weil diese im Zweifel "als gelbe Steigbügelhalterchen" SPD und die Grünen an die Regierung brächten. Die FDP sei eine "Mogelpackung". Schon vor vier Jahren seien die Liberalen mit Christian Lindner an der Spitze bei den Jamaika-Verhandlungen mit Union und Grünen "davongelaufen wie die Hasen". Strobl zeigte sich sicher: "Auch dieses Mal ist ihnen nicht zu trauen."

Nach seinem Auftritt auf der Ostalb trifft sich Laschet an diesem Montag mit dem Landesvorstand der Südwest-CDU in Heidelberg. Die Landes-CDU war in der Kanzlerfrage klar für CSU-Chef Markus Söder gewesen. Allerdings hatte Strobl in den Bundesgremien deutlich für Laschet plädiert. Anschließend fährt der NRW-Ministerpräsident weiter nach Walldorf, wo er Europas größten Softwarehersteller SAP besucht.

Ursprünglich wollte Laschet im Wahlkampf schon viel früher nach Baden-Württemberg kommen - doch die Flutkatastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz machte einen Strich durch die Terminplanung. So wurde auch der bundesweite Wahlkampfauftakt der CDU am 21. August im Europapark Rust abgesagt und nach Berlin verlegt.

Im Endspurt zur Bundestagswahl am 26. September steht Laschet unter Druck: Die Union ist unter seiner Führung im vergangenen Monat in manchen Umfragen auf bis zu 20 Prozent abgestürzt und von der SPD überholt worden. Die Südwest-CDU ist der zweitgrößte Landesverband und hofft trotz der Umfragemisere darauf, wieder alle 38 Direktmandate zu holen.

Titelfoto: Bernd Thissen/dpa

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