"Herr Höcke, bleiben Sie zuhause": Stadt in Bayern will keinen Besuch des AfD-Politikers

Erfurt/Memmingen - Am heutigen Samstag findet in Memmingen eine Wahlkampfveranstaltung der AfD statt. Mit dabei ist der umstrittene AfD-Frontmann Björn Höcke (49). Doch sein angekündigter Besuch findet bei Nicht-AfD-Anhängern keine Zustimmung.

Der geplante Auftritt von Björn Höcke (49, AfD) stößt bei großen Teilen des Memminger Stadtrats auf wenig Gegenliebe.
Der geplante Auftritt von Björn Höcke (49, AfD) stößt bei großen Teilen des Memminger Stadtrats auf wenig Gegenliebe.  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Er will kommen, ist aber nicht willkommen. Der bekanntgegebene Auftritt des 49-Jährigen am Samstagabend in der Memminger Stadthalle schlägt hohe Wellen - vor allen bei den anderen Parteien.

In einer gemeinsamen Erklärung - mit Ausnahme der AfD - haben sich die Parteien des Memminger Stadtrats (CSU, SPD, FDP, Linke, Grüne, Freie Wähler, CRB und ÖDP) gegen den geplanten Auftritt des ehemaligen Gymnasiallehrers ausgesprochen.

"Memmingen, die 'Stadt der Freiheitsrechte', ist eine gastfreundliche Stadt. Beim Besuch von Björn Höcke ist die Grenze dieser Gastfreundschaft aber erreicht", heißt es in einer Erklärung, die auf der Facebookseite der SPD Memmingen zu sehen ist.

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"Einen Mann, den man als Faschisten bezeichnen darf, der das Holocaust-Denkmal in Berlin als 'Denkmal der Schande' bezeichnet, der eine tausendjährige Zukunft für Deutschland will, der sich mehrfach fremdenfeindlich und antisemitisch geäußert hat, den wollen wir nicht willkommen heißen", steht in der gemeinsamen Stellungnahme.

Die Erklärung endet mit einem unmissverständlichen Hinweis: "Herr Höcke, bleiben Sie zuhause und tragen Sie nicht den Geist einer unseligen Vergangenheit in unser friedliebendes Memmingen!"

Stellungnahme des Memminger-Stadtrats

Die Botschaft der Erklärung ist eindeutig: Die anderen Parteien wollen Björn Höcke nicht in ihrer Stadt haben.
Die Botschaft der Erklärung ist eindeutig: Die anderen Parteien wollen Björn Höcke nicht in ihrer Stadt haben.  © Screenshot/Facebook/SPD Memmingen

Ob der Wunsch der anderen Parteien in Erfüllung geht, darf jedoch stark bezweifelt werden. Höcke selbst schrieb auf Facebook ein paar Stunden nach dem Statement der Parteien den Satz: "Morgen sehen wir uns in Memmingen!"

Titelfoto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

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