"Kommunistische Methoden": Höcke fordert Regierung auf, Einführung der Impfpflicht zuzugeben

Erfurt - Der Druck auf Ungeimpfte wird auch in Thüringen erhöht. Bald soll die sogenannte 2G-Regel im Freistaat gelten. Zudem könnten Ungeimpfte unter bestimmten Voraussetzungen keinen Lohn mehr erhalten. Die AfD ist angesichts dieser Pläne empört.

Björn Höcke (49, AfD) hat für die wohl kommenden Corona-Regeln für Ungeimpfte kein Verständnis.
Björn Höcke (49, AfD) hat für die wohl kommenden Corona-Regeln für Ungeimpfte kein Verständnis.  © Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa

Im Beispiel der 2G-Regel will sich Thüringen in der kommenden Corona-Verordnung an dem Hamburger-Beispiel orientieren. So soll der zutritt zu Restaurants, Kinos, Theatern oder Clubs nur noch für vollständig Geimpfte bzw. von Covid-19 Genesene möglich sein.

Das bedeutet: Ungeimpfte müssen selbst mit einem negativen Test draußen bleiben.

Vorteil der 2G-Regel: Die Einrichtungen müssen sich nicht mehr an alle Corona-Auflagen - wie die Begrenzung der Gästeanzahl - halten. Die aktuelle Corona-Verordnung läuft noch bis zum 21. September. Danach könnte das Modell im Freistaat umgesetzt werden.

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Darüber hinaus könnte es für Ungeimpfte bald auch Probleme im Geldbeutel geben. Laut dem Thüringer Gesundheitsministerium soll die Lohnfortzahlung für sogenannte "vermeidbare Quarantänefälle" abgeschafft werden.

Bisher erhalten Menschen, die als Kontaktperson oder nach einer Auslandsreise in Quarantäne müssen, weiterhin ihr Gehalt. Die Regel soll ab Mitte Oktober gelten. Ausgenommen sind Krankheitsfälle. Auch Personen, die an dem Coronavirus erkranken, erhalten weiterhin ihr Geld.

Die Thüringer AfD ist mit diesen Plänen überhaupt nicht einverstanden und kritisiert das Vorhaben aufs Schärfste.

Höcke: Regierung hat kein Rückgrat

"Ich fordere die Landesregierung auf, das Kind endlich beim Namen zu nennen und öffentlich zuzugeben, dass sie in absehbarer Zeit ganz offensichtlich eine Impfpflicht gegen COVID-19 durchsetzen wird", wird der Vorsitzende der AfD-Landtagsfraktion in einer Mitteilung zitiert.

Laut dem 49-Jährigen zeuge diese Salamitaktik und die Einführung von Zwangsmaßnahmen durch die Hintertür von fehlendem Rückgrat

"Meine Fraktion lehnt eine Impfpflicht vom Säuglings- bis zum Rentenalter ebenso ab wie diese unerträglichen kommunistischen Erziehungs- und Druckmethoden von Rot-Rot-Grün, die die Freiheitsrechte der Bürger immer weiter aufs Schärfste beschneiden", teilte Höcke mit.

Der ehemalige Gymnasiallehrer betonte darüber hinaus, dass durch diese Maßnahmen Ungeimpfte geächtet würden.

Titelfoto: Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa

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