Angela Merkel eine "starke Frau": Ramelow geht zum Abschied auf Kuschelkurs mit der Kanzlerin

Erfurt - Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (65, Linke) hat die scheidende Bundeskanzlerin Angela Merkel (67, CDU) für ihr besonnenes Handeln in schwierigen Situationen gelobt.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (65, Linke) macht sich zusammen mit Hund Attila auf den Weg zur Stimmabgabe für die Bundestagswahl 2021.
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (65, Linke) macht sich zusammen mit Hund Attila auf den Weg zur Stimmabgabe für die Bundestagswahl 2021.  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

"Es bleibt für mich ihre ruhige Art, in kritischen Situationen auch komplizierte Verhältnisse gut zu moderieren", sagte Ramelow der Deutschen Presse-Agentur am Rande seiner Stimmabgabe für die Bundestagswahl am Sonntag in Erfurt.

Das vor allem sei es, was er persönlich von 16 Jahren Kanzlerschaft Merkels behalte - "unabhängig davon, was meine politische Bewertung von manchem ist", erklärte der 65-Jährige.

Merkel sei eine "starke Frau". "Politisch teile ich vieles nicht, von dem, was sie getan hat", betonte der Linke-Politiker.

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Zugleich merkte Ramelow an, Merkel habe stets darauf geachtet, nicht als Ostdeutsche wahrgenommen zu werden. "Das war der Preis dafür, dass sie in der CDU als Parteivorsitzende überleben konnte", betonte er.

Er verstehe, warum sie das gemacht habe. "Aber ich glaube, es würde uns besser tun, wenn wir das Thema Zusammenwachsen wieder stärker in den Mittelpunkt kriegen", teilte der Ministerpräsident mit. Ostdeutschland und Westdeutschland dürften sich nicht weiter entfernen.

Der 65-Jährige gab am Sonntagvormittag seine Stimme in Begleitung seiner Frau und Hund Attila ab. "Es ist ein wichtiger Tag in einer Demokratie", so Ramelow. Dass er anders als sein Amtskollege in Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (67, CDU), sich gegen eine Briefwahl entschied, habe keine "prinzipiellen Gründe", wie er sagte.

"Es ist für mich eine gute Bürgerpflicht und ich mache das gerne", stellte der Regierungschef klar.

Titelfoto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

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