Aus Angst vor Schlägen: Bodo Ramelow fälschte in der Schule die Unterschrift seines Vaters

Erfurt - Aus Angst vor Schlägen und Vorwürfen seiner Eltern hat Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (65, Linke) als Kind Schuldiktate im Namen seines Vaters unterschrieben.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (65, Linke) fälschte als Kind die Unterschrift seines Vaters unter den Diktaten.
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (65, Linke) fälschte als Kind die Unterschrift seines Vaters unter den Diktaten.  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

"Ich fälschte seine Unterschrift unter den Diktaten, um nicht wieder vollgemeckert zu werden", sagte Ramelow, der unter einer Rechtschreibschwäche litt, im Interview mit der "Zeit".

"Bei den Diktaten kam ich immer mit Sechsen nach Hause, was dann aber zur nächsten Tracht Prügel durch meine Mutter führte. Es ist ein Trauma", erklärte der 65-Jährige.

Ramelow beschreibt in dem Interview, wie die lange Zeit nicht diagnostizierte Legasthenie sein Leben und Werdegang formte. Auch seinen Drang zu Dominanz führe er darauf zurück.

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In der Schulzeit sei er Klassenclown geworden, um zu kaschieren, dass es das Schreiben einfach nicht funktionierte. "Nach außen war ich laut. Aber eigentlich bin ich in mich hineingekrochen."

Eine positive Auswirkung der Legasthenie erkennt Ramelow dennoch: "Ich merkte: Wenn ich Wörter schon nicht intuitiv richtig schreibe, kann ich sie wenigstens auswendig lernen." Bis heute schreibe er Wörter geistig vor sich auf.

"Ich vergesse keine Namen, keine Ereignisse. Ich kann Reden aus dem Stegreif halten, jederzeit abrufen", so Thüringens Ministerpräsident.

Titelfoto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

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