"Gefangene der Pandemie": Bodo Ramelow gibt Corona die Schuld für das Wahldebakel der Linken

Erfurt - Trotz des schlechten Abschneidens seiner Partei bei der Bundestagswahl sind nach Meinung von Thüringens Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (65) keine personellen Konsequenzen an der Parteispitze der Linken nötig.

Die Linken haben bei der Bundestagswahl 2021 ein Debakel erlebt. Dennoch hat sich Bodo Ramelow (65, Linke) gegen Veränderungen an der Parteispitze ausgesprochen.
Die Linken haben bei der Bundestagswahl 2021 ein Debakel erlebt. Dennoch hat sich Bodo Ramelow (65, Linke) gegen Veränderungen an der Parteispitze ausgesprochen.  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Die beiden Spitzenkandidaten der Linken, Janine Wissler (40) und Dietmar Bartsch (63), hätten einen tollen Wahlkampf gemacht, sagte Ramelow der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt.

Wissler arbeite als Bundesvorsitzende der Linken auch sehr gut mit ihrer Co-Vorsitzenden Susanne Hennig-Wellsow (43) zusammen. Die 43-Jährige war mehrere Jahre Partei- und Fraktionsvorsitzende der Linken in Thüringen.

Hennig-Wellsow und Wissler hätten eine Form der Zusammenarbeit gefunden, "wie ich es mir erhofft habe, wie es aber nicht zu erwarten war", erklärte Ramelow.

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Unter ihrer Führung sei die Linke anders als zu oft in der Vergangenheit nicht mehr so sehr mit sich selbst beschäftigt, so der 65-Jährige. "Wir haben uns neu sortiert." Eine solche Umstellung brauche immer Zeit.

Vielmehr könnte das schlechte Wahlergebnis der Linken ein Ausweis dafür sein, dass die Partei zu lange damit gewartet habe, eine neue Bundesspitze zu wählen. "Wir sind da aber auch Gefangene der Pandemie gewesen", betonte der Regierungschef.

Die Neuwahl der Bundesspitze der Linken war wegen der Corona-Krise mehrfach verschoben worden. Gewählt wurde sie Ende Februar 2021.

Titelfoto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

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