Bodo Ramelow kontert Merkel-Schelte: "Könnte auch ein Praktikant machen"

Erfurt - Nach der öffentlichen Kritik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) an den Ministerpräsidenten hat Thüringens Regierungschef Bodo Ramelow (65, Linke) mit deutlichen Worten zurückgeschossen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel war am Sonntag zu Gast bei "Anne Will". Dabei kritisierte sich unter anderem die Länderchefs für ihr Vorgehen in der Corona-Pandemie.
Bundeskanzlerin Angela Merkel war am Sonntag zu Gast bei "Anne Will". Dabei kritisierte sich unter anderem die Länderchefs für ihr Vorgehen in der Corona-Pandemie.  © Wolfgang Borrs/NDR/dpa

In der Politik-Talkshow "Anne Will" hatte die Kanzlerin die Länderchefs und Chefinnen für das Scheitern einer gemeinsamen Corona-Politik verantwortlich gemacht.

"Wir müssen mit einer großen Ernsthaftigkeit jetzt die geeigneten Maßnahmen umsetzen. Und einige Bundesländer tun das, andere tun es noch nicht", sagte Merkel am Sonntagabend vor einem Millionenpublikum und ließ dabei unmissverständlich durchblicken, dass sie mit der Arbeit der Bundesländer in der Pandemie nicht zufrieden ist.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow äußerte sich nach Merkels verbaler Attacke kritisch gegenüber der 66-Jährigen und ihren jüngsten Äußerungen:

"Ich reagiere da jetzt mit einer gewissen Schärfe, weil ich es wirklich leid bin, mir anhören zu müssen, was man hätte tun müssen, aber selbst tatsächlich nichts getan hat", teilte der 65-Jährige am Montag dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) mit.

Doch es ging noch weiter: "Wenn man schon mit den Ministerpräsidenten ins Gericht geht, dann sollte man wenigsten den Mut haben und Rosse und Reiter nennen" schob Ramelow nach. Auch Bayern hätte vor der letzten Ministerpräsidentenkonferenz die Baumärkte aufgemacht, betonte er.

Thüringen wartet auf die Bundesregierung: "Könnte ein Praktikant machen"

Die Worte von Angela Merkel haben Thüringens Ministerpräsidenten Bodo Ramelow nicht gefallen.
Die Worte von Angela Merkel haben Thüringens Ministerpräsidenten Bodo Ramelow nicht gefallen.  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Gegenüber der Deutschen Presse Agentur (dpa) betonte der Linken-Politiker dazu, dass die Thüringer Landesregierung seit Februar von der Bundesregierung erwartet, dass ein deutschlandweit einheitlicher Stufenplan beschlossen werde. Dies sei dem Bund auch schriftlich mitgeteilt worden.

"Das Kanzleramt ist seit Februar gefordert, den Rahmen- und Stufenplan einfach abzuschreiben. Das könnte ein Praktikant machen - die bestehenden Stufenpläne aus Deutschland übereinanderlegen und dann gucken, ob das den Regeln entspricht, die das Kanzleramt sich wünscht", betonte Ramelow.

Er forderte den Bund mit Nachdruck zum Handeln auf. "Im Februar habe ich gefordert, dass das gemacht wird. Ich sage im März und April immer noch: Dann macht es doch endlich! Es geht um das Tun und nicht um das Reden", erklärte der 65-Jährige.

An den Aussagen von Ramelow und Merkel ist deutlich zu erkennen: Der Ton wird schärfer und rauer.

Titelfoto: Bildmontage/Wolfgang Borrs/NDR/dpa,Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

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