Bodo Ramelow und Claudia Roth pflanzen Bäume für Opfer des Nazi-Terros

Weimar - Kulturstaatsministerin Claudia Roth (67, Grüne) und Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (66, Linke) haben am Freitag zwei neue Erinnerungsbäume für Häftlinge des NS-Konzentrationslagers Buchenwald gepflanzt.

Der Ministerpräsident und die Kulturstaatsministerin packten ordentlich an.
Der Ministerpräsident und die Kulturstaatsministerin packten ordentlich an.  © Martin Schutt/dpa

Damit soll ein Zeichen gegen die wiederholte Zerstörung von Gedenkbäumen gesetzt werden.

Zuletzt waren im Juli Erinnerungsbäume für KZ-Opfer mutwillig geknickt, gebrochen und abgesägt worden. Die Tat hatte bundesweit für große Empörung gesorgt. Auch an der Pflanzstelle in Weimar waren 2019 Bäume beschädigt worden.

Ein Angriff auf einen Gedenkbaum sei "auch ein Angriff auf ein Opfer", sagte Kulturstaatsministerin Roth - "ein Versuch, Geschichte zu entsorgen, Geschichte zu verdrängen". Sie werde nicht zulassen, dass Erinnerung unmöglich gemacht werde und Opfer ein zweites Mal zu Opfern gemacht würden.

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Entlang der einstigen Marschroute der Häftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald bei Weimar soll nach und nach ein lebendiger Erinnerungsweg mit Bäumen entstehen. "168 Bäume sind gepflanzt und es werden mehr und mehr werden, bis die 1000 Bäume erreicht sind", erklärte die Grünen-Politikerin.

Auch Ministerpräsident Bodo Ramelow übernahm eine weitere Patenschaft für einen Baum.

Nazis verschleppten mehr als eine Viertelmillion Menschen ins KZ-Buchenwald

In das Konzentrationslager Buchenwald hatten die Nazis bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs 280.000 Menschen verschleppt. Rund 56.000 von ihnen wurden ermordet oder starben an Hunger, Krankheiten und medizinischen Experimenten. Am 11. April 1945 befreiten US-Truppen das Lager.

Noch in den letzten Tagen davor wurden KZ-Häftlinge auf den Weg von Buchenwald ins bayerische Konzentrationslager Flossenbürg geschickt. Für viele wurde es ein Todesmarsch.

Entlang dieses Weges startete das Lebenshilfe-Werk 1999 das Projekt.

Titelfoto: Martin Schutt/dpa

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