Bei Clubhouse ausgeplaudert: Spielt Bodo Ramelow während Corona-Sitzungen Candy Crush?

Erfurt - Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (64, Linke) ist auf der Audio-Plattform Clubhouse gleich mehrmals ins Fettnäpfchen getreten.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (66, Linke) machte bie Clubhouse interessante Aussagen.
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (66, Linke) machte bie Clubhouse interessante Aussagen.  © Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa

Bodo Ramelow ist ein Politiker, der über die Landesgrenzen von Thüringen hinaus polarisiert und bekannt ist. Vor allem, weil der 64-Jährige stets sein Herz auf der Zunge trägt und sagt, was er denkt.

Am vergangenen Freitag war der Linken-Politiker, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet, auf der neuen Kommunikations-App Clubhouse (bislang nur für Apple-Geräte verfügbar) anwesend. Neben Ramelow waren der stellvertretende Chefredakteur der "BILD-Zeitung", Paul Ronzheimer (36), und SPD-Politiker Kevin Kühnert (31) mit in der Runde vertreten.

Trotz der vielen Gesprächsgäste ist es vor allem Ramelow, der nach der Talkrunde für ordentlich Gesprächsstoff sorgte. Grund dafür waren seine Aussagen. So ließ sich der Ministerpräsident im Laufe der Zeit vor einem vermeintlich geschlossenen Publikum und in für ihn wohl gelöster Atmosphäre offenbar zu mehreren unprofessionellen Aussagen hinreißen.

Auf Fragen von Kühnert und Ronzheimer witzelte Ramelow laut RND, dass er während den stundenlangen Corona-Verhandlungen von Bund und Länder mit Computerspielen entspannt und es schafft, bis zu "zehn Level bei Candy Crush" durchzuspielen, heißt es.

Darüber hinaus erklärte Ramelow wohl auch, wie sehr es ihn störe, dass die BILD-Zeitung sozusagen live aus den Bund-Länder-Verhandlungen berichte. Dann soll folgender Satz gefallen sein: "Da können wir die MPK auch gleich auf Clubhouse machen und holen das Merkelchen dazu."

Kritik auf Twitter

"Thüringen hat echt grad große Herausforderungen zu wuppen und der MP redet davon, wie viele Level er bei CandyCrush in der MPK schafft. Sorry, das ist gelinde gesagt, irre und in hohem Maße verantwortungslos!", schrieb SPD-Politikerin Anne Bressem (37) auf Twitter.

Ramelow versucht sich zu erklären

Einen Tag später, am Samstag, ließ sich Thüringens Regierungschef den Angaben des RND wieder bei Clubhouse blicken und versuchte, sich bis in den frühen Sonntagmorgen und in mehreren Gesprächsrunden zu erklären.

Ramelow ging wohl nämlich davon aus, dass seine auf Clubhouse getätigten Aussagen auch da bleiben, vertraulich wären und nicht an die Öffentlichkeit gelangen.

Hintergrund: "Welt am Sonntag"-Chefredakteur Johannes Boie war unter den unzähligen Zuhörern, schaltete sich allerdings nicht dazu. Aus seinen Beobachtungen schrieb er dann einen Artikel, obwohl direktes Zitieren ohne vorherige Zustimmung den Clubhouse-Geschäftsbedingungen widerspricht.

Bedeutet: Was in der App passiert, soll in der App bleiben.

Ob Bodo Ramelow seine Worte in Zukunft mit etwas mehr Bedacht wählen wird, wenn Medienvertreter zuhören?

Titelfoto: Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa

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