Gegenwind für Ramelows 15-Kilometer-Idee: Thüringer CDU spricht von "Wohnort-Arrest"

Erfurt - Eine mögliche Einschränkung des Bewegungsradius der Thüringer auf 15 Kilometer um ihren Wohnort stößt auf Widerstand.

Bodo Ramelows (64, Linke) Vorschlag, den Bewegungsradius der Thüringer auf 15 Kilometer einzugrenzen, stößt auf harte Kritik.
Bodo Ramelows (64, Linke) Vorschlag, den Bewegungsradius der Thüringer auf 15 Kilometer einzugrenzen, stößt auf harte Kritik.  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (64, Linke) hatte eine solche Regelung, die es bereits in Sachsen zur Eindämmung der Corona-Infektionen gibt, vorgeschlagen.

Die Thüringer CDU sprach von einem "Wohnort-Arrest", den sie ablehne. "Er ist in medizinischer, politischer und gesellschaftlicher Hinsicht unsinnig", erklärte CDU-Generalsekretär Christian Herrgott (36) am Montag in Erfurt.

Kritik kam auch von der FDP-Fraktion, die wie die CDU im Landtag auf der Oppositionsbank sitzt.

Mit Finanzministerin Heike Taubert (62, SPD) äußerte sich aber auch ein Regierungsmitglied skeptisch. Eine gute Steuerung bei Wintersportaktivitäten sei besser als eine Beschränkung, schrieb die 62-Jährige im Kurznachrichtendienst Twitter.

15-Kilometer-Regel wird diese Woche diskutiert

Ramelow hatte die Übernahme des sächsischen 15-Kilometer-Modells auch als Reaktion auf den Ansturm auf die Thüringer Wintersportgebiete am vergangenen Wochenende vorgeschlagen.

Ob sie letztlich in die nächste Thüringer Corona-Verordnung kommt, die laut Ramelow am Dienstag beraten und am 8. Januar veröffentlicht werden soll, ist offen.

Der 64-Jährige hatte am Sonntag nach einer Kabinettssitzung angekündigt, dass Thüringen den Lockdown bis 31. Januar verlängern und an einigen Stellen verschärfen wolle (TAG24 berichtete). Nach den Bund-Länder-Gesprächen an diesem Dienstag will Thüringens Regierung Details beraten.

Derzeit wird unter anderem diskutiert, die Winterferien von Februar auf Ende Januar und damit in die Zeit des Lockdwons zu verschieben.

Titelfoto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

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