Kranz an Todeswand niedergelegt: Ramelow gedenkt Sinti und Roma

Erfurt /Berlin - Bundesratspräsident Bodo Ramelow (66, Linke) beteiligte sich am Europäischen Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma an der internationalen Veranstaltung in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (66, Linke) gedenkt der Opfer der europäischen Sinti und Roma, die im KZ Auschwitz-Birkenau ermordet wurden.
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (66, Linke) gedenkt der Opfer der europäischen Sinti und Roma, die im KZ Auschwitz-Birkenau ermordet wurden.  © Jacob Schröter/Staatskanzlei Thüringen/dpa

Er sprach dort auch als ein Vertreter Deutschlands, wie die Thüringer Staatskanzlei in Erfurt mitteilte.

"Das Unrecht und der hunderttausendfache Mord des nationalsozialistischen Terrorregimes an den europäischen Sinti und Roma, an Kindern, Frauen und Männern aus der Mitte unserer Gesellschaft, beschämen mich und lassen mich fassungslos zurück", erklärte Ramelow im Vorfeld seiner Reise nach Polen.

"Nur wenn man aus der Vergangenheit lernt, kann man die Zukunft gestalten."

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Mit dem Gedenktag wird nach Angaben des Bundesrats an die 4300 Sinti und Roma erinnert, die im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau am 2. August 1944 von der SS ermordet wurden.

Ramelow legte unter anderem an der Todeswand, dem Gedenkort für alle Opfer des Vernichtungslagers, einen Kranz nieder. Mit dabei war unter anderem der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose.

Die Thüringer Landtagsabgeordnete Katharina König-Preuss (44, Linke) erklärte in Erfurt: Dass immer wieder Gedenkorte wie Erinnerungsbäume und Gedenktafeln der KZ-Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar beschädigt würden, zeige, dass das Gedenken um einen wirksamen Antifaschismus ergänzt werden müsse.

An den Genozid an den Sinti und Roma zu erinnern, müsse auch einschließen, sich der rassistischen Diskriminierung von Sinti und Roma in Deutschland und Europa heute entgegenzustellen, betonte König-Preuss.

Titelfoto: Jacob Schröter/Staatskanzlei Thüringen/dpa

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