"Laufen auf katastrophale Situation zu": Ramelow will Gutachten wegen zu hoher Inzidenz bei Kindern

Erfurt - Thüringens Landesregierung will beim wissenschaftlichen Beirat ein Sondergutachten zu den hohen Corona-Inzidenzen bei Kindern in Auftrag geben.

Gerade bei Jüngeren nehmen die Neuinfektionen mit dem Coronavirus rasant zu. Aus diesem Grund will sich Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (65, Linke) die Situation genauer anschauen.
Gerade bei Jüngeren nehmen die Neuinfektionen mit dem Coronavirus rasant zu. Aus diesem Grund will sich Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (65, Linke) die Situation genauer anschauen.  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

"Wir wollen mit dem Sondergutachten wissen, wie sehr der Anstieg des Infektionsgeschehens nach Altersgruppen gegliedert ist und wie es einhergeht mit symptomatischen Erkrankungen beziehungsweise Hospitalisierungen", sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow (65, Linke) am heutigen Dienstag nach der Kabinettssitzung in Erfurt. Es sei wichtig, sich mit dem Beirat die aktuelle Situation gemeinsam anzuschauen.

Zuvor war bekannt geworden, dass die Infektionszahlen vor allem bei Jüngeren zuletzt stark angestiegen sind. In der Altersgruppe der 5- bis 14-Jährigen lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Montag bei mehr als 290.

Die CDU-Landtagsfraktion warf dem Bildungsministerium vor, die Kontrolle über das Infektionsgeschehen an den Schulen verloren zu haben. "Wir laufen auf eine katastrophale Situation zu", betonte Fraktionschef Mario Voigt (44).

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Er kritisierte ein "stures Festhalten" an den bisherigen Corona-Regeln. "Wenn 15 Bundesländer testen, und nur Thüringen sich wieder einen Sonderweg leistet, muss sich niemand wundern, wenn Thüringen wieder die höchsten Inzidenzwerte hat."

An Thüringer Schulen werden in der sogenannten Basisstufe, also bei niedrigen Inzidenzen und geringer Krankenhausbelastung, keine Corona-Tests angeboten. Ab der Warnstufe eins werden Tests angeboten, sind aber keine Pflicht.

Erst in der höchsten Warnstufe 3 gilt eine Testpflicht an den Schulen.

Titelfoto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

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