Normales Leben für Geimpfte? Bodo Ramelow kann dieser Forderung nichts abgewinnen

Erfurt - Thüringen hat mit den bundesweit höchsten Inzidenz-Werten bei Corona-Infektionen zu kämpfen. In dieser Situation kann Regierungschef Bodo Ramelow (64, Linke) einer Debatte über Privilegien für Geimpfte nichts abgewinnen. Stattdessen will er etwas anderes erreichen.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (64, Linke) will deutlich mehr Tests.
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (64, Linke) will deutlich mehr Tests.  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

In der Debatte um Privilegien für Menschen, die bereits gegen Corona geimpft sind, hat Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow vor falschen Erwartungen gewarnt.

"Ich finde, die rechtsphilosophische Debatte kann man gerne führen. Wenn sie aber dazu führt, falsche Erwartungshaltungen zu schüren, finde ich es schwierig", sagte Ramelow der Deutschen Presse-Agentur im Vorfeld der Bund-Länder-Beratungen zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie. Die Debatte helfe derzeit niemandem weiter.

Der Linke-Politiker machte klar, dass es erstmal genügend Impfstoff brauche. "Ich brauche Serum, damit nach denen, die wir jetzt impfen, die Lehrerinnen und Lehrer die ersten sind, die dann geimpft werden, die Polizeibeamten und die Ordnungsamtsmitarbeiter", sagte der 64-Jährige.

Ramelow will mehr Tests

Ramelow plädierte dafür, Corona-Tests deutlich breiter einzusetzen als bisher.

Er wolle bei den anstehenden Bund-Länder-Beratungen dafür werben, "dass wir eine allgemeine Testpflicht in den Räumen einführen, wo der Staat verlangt, dass die Menschen anwesend sind - in diesem Fall die Schüler - und wo der Staat der Arbeitgeber ist - in diesem Fall für die Lehrer", so Ramelow.

Zudem forderte er, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Unternehmen ihre Mitarbeiter regelmäßig testen lassen können.

Thüringen hat derzeit bundesweit das größte Infektionsgeschehen. Nach Daten des Robert Koch-Instituts vom Montag wurden in Thüringen rund 274 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche erfasst. Rund 30 Prozent der Intensivbetten waren mit Covid-19-Patienten belegt.

Titelfoto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

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