"Pfui!": Bodo Ramelow schimpft über "Querdenker"-Demo

Erfurt/Leipzig - Bodo Ramelow (64, Linke) nimmt bekanntlich kein Blatt vor den Mund und teilt seine Meinung auch sehr oft über die sozialen Medien mit. Mit großer Entrüstung hat Thüringens Ministerpräsident nun auf Berichte und Aufnahmen der "Querdenken"-Proteste in Leipzig reagiert.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (64, Linke).
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (64, Linke).  © Jens-Ulrich Koch/dpa-Zentralbild/dpa

"Mir fehlt jedes Verständnis für solche Schilder und für das Akzeptieren dieser in dem Aufmarsch. Wer Journalisten und Polizisten angreift, der hat es mit dem Friedlichen nicht so und will den Demokratischen Rechtsstaat nicht respektieren", schrieb Ramelow auf Twitter. 

Dazu teilte er ein Video, welches Protest-Teilnehmer mit Schildern zeigte, auf denen Politiker, Wissenschaftler und Virologen in Häftlingskleidung dargestellt wurden. 

Ähnliche Schilder waren bereits bei einer Anti-Corona-Demonstration Ende August in Berlin zu sehen und trafen auch da auf scharfe Kritik.

Damals hatte der Arzt und AfD-Bundestagsabgeordnete Robby Schlund (53) aus Gera auf der Demo ein Schild hochgehalten, auf dem der Berliner Virologe Christian Drosten (48) in gestreifter Kleidung mit der Aufschrift "schuldig" zu sehen war. 

Dafür wurde er vielfach kritisiert. Schlund selbst sprach von "politischer Satire", die vom Grundgesetz gedeckt sei. Er habe das Plakat nicht erstellt, es aber zeitweise gehalten.

Neben den Plakaten kritisierte der 64-Jährige bei Twitter auch die Aufmachung einer Protest-Teilnehmerin, die auf einem Foto ein Schild mit dem Symbol eines Judensterns trug. 

"75 Jahre nach Auschwitz, Buchenwald, Dora und 85 Jahre nach den NS Rassegesetzen derartig aufzutreten ist eine Verhöhnung von Millionen ermordeter Menschen. Wer so etwas duldet, der macht sich mitschuldig. Pfui!", schimpfte der Thüringer Regierungschef.

Die Journalistengewerkschaft DJU vermeldete mindestens 32 Attacken auf Reporter, die im Wesentlichen von "Querdenken"-Teilnehmern ausgegangen seien. Die Polizei bestätigte, dass Journalisten angegriffen wurden.

Titelfoto: Jens-Ulrich Koch/dpa-Zentralbild/dpa

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