Bodo Ramelow gegen die CSU: "Wer hat 900 Infizierte durch Deutschland fahren lassen?"

Erfurt - Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (64, Linke) hat in den sozialen Medien die CSU scharf kritisiert. Was war passiert?

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (64, Linke) ist im Fokus.
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (64, Linke) ist im Fokus.  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

In Deutschland wurden am Donnerstag 2034 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert (Stand: 23. August, 12.25 Uhr). Das ist der höchste Wert seit Ende April und ein alarmierendes Signal.

Angesichts solcher Zahlen ist eine Rückkehr in ein normales Leben wohl noch nicht wieder denkbar. 

Viele Großveranstaltungen sind weiterhin abgesagt oder finden - unter Auflagen - mit einer überaus begrenzten Anzahl an Zuschauern statt.

In Thüringen ist die LINKE in Gesprächen den Karneval im Winter stattfinden zu lassen und erntet dafür massive und direkte Kritik von der CSU. 

Auf seinem Twitter-Profil veröffentlichte der stellvertretende Generalsekretär der CSU, Florian Hahn (46), ein Zitat von Ramelow - in welchem dieser die nicht unwahrscheinliche bundesweite Absage des Karnevals falsch findet - und dazu eine Grafik mit den gemeldeten Corona-Neuinfektionen.

Danach attackiert er Thüringens Ministerpräsidenten direkt. "Finde den Fehler: Über 2000 Neuinfektionen am Tag, aber Hauptsache, Bodo Ramelow kann in Thüringen Karneval feiern", schrieb Hahn auf Twitter.  

Doch eine Antwort des 64-Jährigen ließ nicht lange auf sich warten. Er meldete sich auf Facebook und Twitter zu Wort und schoss dabei scharf gegen die Partei aus Bayern. 

"Wir reden mit unserem Landesverband Thüringer Karneval über das WIE und Sie möchten uns wohl zwingen alles zu verbieten? Mit 112 infizierten Personen, bei 2,16 Millionen Einwohner in Thüringen, ist es wohl Zeit über das WIE reden zu dürfen. Aber die CSU kennt nur drohen und verbieten!", schrieb Ramelow auf Twitter. 

Auf Facebook meldete sich der in Osterholz-Scharmbeck geborene Ramelow ausführlicher zu Wort. 

Dort stellte er unter anderem diese rhetorische Frage: "Wer hat mehr als 900 Infizierte durch Deutschland fahren lassen, ohne den Menschen ihr Testergebnis zeitnah zu übermitteln?" 

Damit spricht er die bayrische Testpanne bei den Corona-Ergebnissen an.  

Die CSU in Person des stellvertretenden Generalsekretärs Hahn setzte sofort zum Gegenkonter an: Nach seinen Angaben habe Ramelow offensichtlich nichts aus Heinsberg etc. gelernt. 

Zum Abschluss fügte er an, dass sich die LINKE als SED-Nachfolgepartei deutlich besser mit Verboten auskenne als die CSU. 

Ramelow hat sich seitdem nicht mehr zu dem Sachverhalt geäußert. 

Wie es in dieser Angelegenheit weitergeht, bliebt abzuwarten.  

Titelfoto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

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