Was war da los? Ramelow schreit Merkel beim Telefonieren an und wird von der Polizei gesucht!

Erfurt - Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (65, Linke) hat eine interessante Anekdote aus dem vergangenen Jahr ausgeplaudert. Was das Kanzleramt, eine Ferienhütte, die Polizei und sein Telefon damit zu haben...

Ministerpräsident Bodo Ramelow (65, Linke) kann sich an die Zeit nach seiner Abwahl noch sehr gut erinnern.
Ministerpräsident Bodo Ramelow (65, Linke) kann sich an die Zeit nach seiner Abwahl noch sehr gut erinnern.  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Bodo Ramelow ist eine der schillerndsten politischen Figuren in Thüringen. Er trägt sein Herz auf der Zunge und sagt, was er denkt. Diese Art kommt nicht bei jedem gut an, doch mit seinem teilweise flapsigen Mundwerk schafft er es, die ein oder andere denkwürdige Geschichte herauszuhauen.

Nachdem er vor ein paar Monaten bei Clubhouse verraten hatte, dass er während der Ministerpräsidentenkonferenzen von Bund und Ländern Candy Crush auf seinem Smartphone zockte, hat er nun mit einer weiteren Story für Aufsehen gesorgt. Dieses Mal ging es um ein Erlebnis nach der Landtagswahl im vergangenen Jahr.

In einem Interview mit dem Online-Portal "t-online" sagte Ramelow, dass er nach seiner Abwahl als Ministerpräsident im Februar 2020 in einem Waldstück im thüringischen Saale-Orla-Kreis spazieren war.

Fasching trotz Corona-Krise? Das denkt CSU-Chef Markus Söder
Markus Söder Fasching trotz Corona-Krise? Das denkt CSU-Chef Markus Söder

Was er allerdings nicht wusste: Während Ramelow sich von dem Wahl-Debakel erholen wollte, versuchte das Kanzleramt ihn telefonisch zu erreichen. Doch der 65-Jährige ging nicht ran, denn in diesem Waldstück hatte er keinen Handy-Empfang, wie der Politiker in dem Interview verriet.

Als er dann den Schlossplatz oben bei der Burg erreichte, reagierte sein Telefon. "Da habe ich erst mitgekriegt, dass das Kanzleramt mich sucht. Und dann kam auch schon die Polizei", so Ramelow gegenüber "t-online".

"Sind die verrückt geworden?"

Bundeskanzlerin Angela Merkel (67, CDU) versuchte nach dem Wahl-Debakel von Thüringen den abgewählten Bodo Ramelow zu erreichen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (67, CDU) versuchte nach dem Wahl-Debakel von Thüringen den abgewählten Bodo Ramelow zu erreichen.  © Wolfgang Kumm/dpa

Weil der Regierungschef nicht zu erreichen war, machte sich die Polizei auf die Suche nach dem zu dieser Zeit ehemaligen Ministerpräsidenten.

Ramelow rief dann das Kanzleramt zurück und telefonierte mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (67, CDU). Die Kanzlerin wollte in dem Gespräch wissen, was er denn "angesichts des Hin und Her mit Herrn Kemmerich" empfehlen würde. Der FDP-Politiker war mit Stimmen der AfD zum neuen Ministerpräsidenten von Thüringen gewählt worden.

"Da habe ich gesagt: Der Kemmerich darf nicht zurücktreten. Da kam nur ein Stöhnen, der sei gerade zurückgetreten. Ich habe ins Telefon geschrien: Sind die verrückt geworden? Jetzt haben sie uns richtig in die Sackgasse manövriert!", erinnert sich Ramelow an sein Telefonat mit Merkel.

Björn Höcke wettert gegen 2G-Regel, verharmlost Corona und stellt den Impfstoff infrage
Björn Höcke Björn Höcke wettert gegen 2G-Regel, verharmlost Corona und stellt den Impfstoff infrage

Der Wahl-Skandal löste sich wenig später auf. Ramelow wurde erneut zum Ministerpräsidenten gewählt und regiert seitdem mit einer rot-rot-grünen Minderheitsregierung.

Weniger Turbulent ging es nach seiner Wahl jedoch nicht zu. Neben der geplatzten Auflösung des Landtags musste er sich im Juli 2021 auch noch einem Misstrauensvotum der AfD stellen.

Titelfoto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Mehr zum Thema Bodo Ramelow: