Ramelow während der MPK: "Was passiert hier eigentlich?"

Erfurt - Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (65, Linke) hat den Verlauf der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) am vergangenen Montag scharf kritisiert.

Ministerpräsident Bodo Ramelow (65, Linke) verriet am Mittwoch, dass er bei der Ministerpräsidentenkonferenz am Montag sechs Stunden auf einen Bildschirm geschaut und sich gefragt hätte: "Was passiert hier eigentlich". Gleichzeitig übte er scharfe Kritik an der Runde.
Ministerpräsident Bodo Ramelow (65, Linke) verriet am Mittwoch, dass er bei der Ministerpräsidentenkonferenz am Montag sechs Stunden auf einen Bildschirm geschaut und sich gefragt hätte: "Was passiert hier eigentlich". Gleichzeitig übte er scharfe Kritik an der Runde.  © Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

"Ich habe sechs Stunden auf einen Bildschirm geschaut und mich gefragt, was hier eigentlich passiert", sagte Ramelow im ZDF-"Morgenmagazin" am Mittwoch.

Auf die Frage, ob der Gründonnerstag denn nun ein Feiertag sei, sagte Ramelow, dass er diese Frage nicht beantworten könne. Er habe bei dem Bund-Länder-Treffen bis kurz vor Mitternacht gewartet und erst dann von dem Gründonnerstag-Vorschlag gehört. "Bis 23.45 habe ich überhaupt nicht gewusst, wo die Bundeskanzlerin ist und wo ein Teil der Ministerpräsidenten abgeblieben sind."

Die Bundesregierung habe lediglich angekündigt, die genaue Definition am Mittwoch nachzuliefern.

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Bei der jüngsten Sitzung von Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) und den Ministerpräsidenten am Montag, gab es erst nach einer mehrstündigen Unterbrechung Ergebnisse:

Über Ostern sollte das öffentliche, private und wirtschaftliche Leben weitgehend heruntergefahren werden (TAG24 berichtete). Am Mittwoch wurde diese Entscheidung wieder gekippt.

Update, 13.35 Uhr: Ramelow appelliert, Osterruhe trotzdem einzuhalten

Am Mittwoch hat Bodo Ramelow hat an die Bevölkerung appelliert, die Tage über Ostern weiterhin als Ruhetage zu verstehen und keine Urlaubsreisen zu unternehmen. "Die Osterruhe ist nicht abgesagt, es sind nur keine Feiertagsregelungen für Gründonnerstag und Karsamstag gefunden worden", sagte er in Erfurt. Das dynamische Wachstum bei den Infektionszahlen müsse gebrochen werden.

"Ich fand es eine gute Idee", machte Ramelow mit Blick auf die bislang angestrebte Feiertagsregelung für Gründonnerstag und Karsamstag klar.

Er bedaure es, dass Kanzlerin Angela Merkel (CDU) erkläre, sie trage die Verantwortung allein. "Denn tatsächlich zu der Osterruhe tragen 16 Ministerpräsidenten und die Bundeskanzlerin die Verantwortung", sagte Ramelow.

Titelfoto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

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