Ramelow will Sachsens harte Corona-Regeln bei sich in Thüringen einführen

Erfurt - Für die Umsetzung der von Bund und Ländern beschlossenen Corona-Maßnahmen schaut Thüringen auch mit Interesse auf die strengen Regeln im Nachbarbundesland Sachsen.

Kommt bald der "harte und klare Wellenbrecher"? Bodo Ramelow (65, Linke) schaut sich die Corona-Regeln in Sachsen ganz genau an.
Kommt bald der "harte und klare Wellenbrecher"? Bodo Ramelow (65, Linke) schaut sich die Corona-Regeln in Sachsen ganz genau an.  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

"Wir werden alle Punkte, die Sachsen jetzt anwendet, genau untersuchen, ob sie bei uns notwendig, anwendbar und von der Rechtsgrundlage her gedeckt sind", sagte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (65, Linke) am Freitag in Erfurt.

Er sei mit dem sächsischen Regierungschef Michael Kretschmer (46, CDU) "fortlaufend im Gespräch".

Ramelow betonte, dass er über die konkreten Maßnahmen aber erst in seinem Kabinett sprechen wolle. Zugleich machte er klar, dass es aus seiner Sicht auch einen "umfassenden Beschluss" im Landtag dafür brauche.

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Sachsen und Thüringen gelten als mit am stärksten vom Infektionsgeschehen betroffene Bundesländer. Ministerpräsident Kretschmer hatte die Menschen dort am Donnerstag auf Einschnitte eingestimmt.

Bei einer Rede im Landtag sprach er von einem "harten und klaren Wellenbrecher", der nun für zwei oder drei Wochen notwendig sei. Das Wort Lockdown vermied er.

Beobachter gehen aber davon aus, dass Teile des öffentlichen Lebens im Freistaat bis Mitte Dezember weitgehend ruhen sollen, um das aus dem Ruder gelaufene Infektionsgeschehen wieder unter Kontrolle zu bekommen.

Sollte Ramelow die Regeln von Kretschmer übernehmen, drohen auch im kleinen Bundesland drastische Einschränkungen.

Titelfoto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

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