"So geht das nicht": Bodo Ramelow will keine radioaktiven Abfälle in Thüringen haben

Von Simone Rothe

Erfurt - Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (65, Linke) hat Kritik am Vorgehen der Bundesgesellschaft bei der Suche nach einem Endlager für stark radioaktive Abfälle geübt.

Bodo Ramelow (65, Linke) hebt den mahnenden Zeigefinger. In der Suche nach einem Endlager für radioaktiven Müll ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.
Bodo Ramelow (65, Linke) hebt den mahnenden Zeigefinger. In der Suche nach einem Endlager für radioaktiven Müll ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Dass zwei der vier Gebiete, in denen in Deutschland spezielle Daten zu Gesteinsformen erhoben werden sollen, in Thüringen lägen, sei problematisch und erklärungsbedürftig, sagte Ramelow am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt.

"So geht das nicht. So kann man mit Thüringen nicht umgehen. Der Prozess muss fair sein", betonte er.

Er sei darüber von der zuständigen Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) nicht informiert worden, so Ramelow. Konkret handelt es sich um Salzlager im Thüringer Becken und eine Region mit Kristallin-Gestein, von der Teile in Ostthüringen liegen sollen. Damit seien große Teile Thüringens "im Rennen", erklärte der 65-Jährige.

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Er gab zu Bedenken, dass damit Optionen für eine Rohstoffgewinnung in diesen Regionen gefährdet sein könnten. "In Nordthüringen gibt es Kali-Vorkommen, die Vorräte für einige Jahrzehnte haben." Er werde das Vorgehen bei der Endlagersuche zum Thema im Kabinett machen, kündigte er an.

Laut Bundesgesellschaft erstreckten sich die Gebiete zur sogenannten Methodenentwicklung über fünf Bundesländer. Mit den Daten sollen Methoden zur Eingrenzung der Standortauswahl und entsprechende Sicherheitskonzepte entwickelt werden. Es handele sich neben Thüringen um die Länder Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen und Hamburg.

Die BGE betonte, dass es sich bei den vier Gebieten nicht um eine engere Auswahl bei der Suche nach einem Endlager handele.

Titelfoto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

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