Testen, Impfen, Luca-App: Bodo Ramelow will in Richtung "neue Normalität" gehen

Erfurt - Thüringen wird trotz hoher Corona-Infektionszahlen einen Schritt in Richtung "neue Normalität" gehen, wie Ministerpräsident Bodo Ramelow (65, Linke) sagte. Wann und wie gelockert wird, damit beschäftigt sich am Donnerstag die Landesregierung.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (65, Linke, rechts Mitte) spricht mit den Regierungschefs und Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie.
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (65, Linke, rechts Mitte) spricht mit den Regierungschefs und Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie.  © Ole Spata/dpa

Die Menschen in Thüringen sollen sich spätestens Anfang April auch in Hausarztpraxen gegen das Coronavirus impfen lassen können. Zudem soll sich jeder, der das möchte, mindestens einmal pro Woche kostenlos testen lassen können.

Das kündigte Bodo Ramelow nach der Bund-Länder-Konferenz zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie am späten Mittwochabend an. Wie die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) in Thüringen umgesetzt werden, darüber berate am Donnerstag das Kabinett.

Nach Angaben von Ramelow will das Land zur Kontaktnachverfolgung bei Öffnungsschritten flächendeckend die Luca-App einsetzen. Die App, die von Smudo (52), Musiker der Fantastischen Vier, mitentwickelt wurde, solle die Zettelwirtschaft mit Kontaktdaten beispielsweise in der Gastronomie beenden.

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Voraussetzungen für vorsichtige Öffnungen - auch in Thüringen mit seiner derzeit noch hohen Infektionsrate - würden mit flächendeckenden Tests sowie mehr Tempo bei den Impfungen erreicht werden.

Ramelow: "Wollen Verlässlichkeit schaffen"

Thüringens Ministerpräsident, steckt vor der Landtagssitzung sein Smartphone ein. Der 65-Jährige will die Teststrategie verfeinern und in eine neue Normalität gehen.
Thüringens Ministerpräsident, steckt vor der Landtagssitzung sein Smartphone ein. Der 65-Jährige will die Teststrategie verfeinern und in eine neue Normalität gehen.  © Michael Reichel/dpa

"Wir werden die Teststrategie für Thüringen verfeinern", so der 65-Jährige. Dazu gehöre auch, den Zugang zu PCR-Tests zu erleichtern. Er sei froh, dass der Bund vom 8. März an die Kosten für Tests übernehme, sagte Ramelow. Möglicherweise seien Selbsttests künftig sogar in Drogeriemärkten möglich.

Ramelow machte aber deutlich, dass Thüringen angesichts der höchsten Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner in Deutschland "nicht Vorreiter bei der Strategie des Öffnens" sein könne. Jetzt gehe es vor allem darum, den vor einigen Wochen vorgelegten Thüringer Stufenplan mit dem Bund-Länder-Beschlüssen zu präzisieren.

Wichtig sei ihm, dass der Inzidenzwert von 35 nach der Ministerpräsidentenkonferenz vom Tisch sei und die Richtwerte jetzt 50 und 100 betragen würden. Es gehe darum, "dass wir Verlässlichkeit schaffen".

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Der Linken-Politiker sprach von einem Fahrplan in Richtung zu einer neuen Normalität, bei der Infektionsschutz eine wichtige Rolle spiele. "Wir haben zwölf Monate Krisenerfahrung durch."

Öffnungsmöglichkeiten nach Infektionsgeschehen ausrichten

Zu Öffnungsschritten wollte sich der Regierungschef mit Verweis auf die Kabinettssitzung nicht äußern. Bei der nächsten Corona-Verordnung stehe das Land nicht unter Zeitdruck. Die aktuelle läuft nach Angaben des Gesundheitsministeriums noch bis 14. März.

Bund und Länder verständigten sich darauf, den Lockdown zur Bekämpfung der Pandemie in Deutschland grundsätzlich bis zum 28. März zu verlängert.

Allerdings soll es je nach Infektionslage viele Öffnungsmöglichkeiten geben - bereits bei einer Sieben-Tage-Inzident unter 100. Diesen Wert zu erreichen sei jetzt der nächste Schritt, sagte Ramelow.

Mit 127,5 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tage ist Thüringen am Donnerstag weiterhin das einzige Bundesland mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 100.

Titelfoto: Ole Spata/dpa

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