Ramelow will Putin und Russland den Geldhahn zudrehen

Erfurt - Deutschland muss aus Sicht von Ministerpräsident Bodo Ramelow (66, Linke) wegen des Kriegs in der Ukraine den finanziellen Druck auf Russland erhöhen.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (66, Linke) hat sich für ein Ende der Geldzahlungen an Russland ausgesprochen.
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (66, Linke) hat sich für ein Ende der Geldzahlungen an Russland ausgesprochen.  © Kay Nietfeld/dpa

"Mein Vorschlag: Bevor Russland uns den Gashahn zudreht, drehen wir den Geldhahn zu, Schritt für Schritt", sagte er der Thüringer Allgemeinen.

Deutschland habe Russland seit Kriegsbeginn allein für Gas rund 2,4 Milliarden Euro überwiesen und den Krieg so indirekt mitfinanziert. "Wie wäre es, wenn wir einen täglich immer größeren Anteil dieses Geldes auf ein Treuhandkonto überweisen? Und das verbunden mit der Ansage, dass dieses Geld für den Wiederaufbau an die Ukraine geht."

Ramelow forderte zudem, jene Teile der Energieinfrastruktur, die unter russischer Kontrolle stehen, unter treuhänderische Verwaltung zu stellen.

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Ein großer Teil der Gasspeicher und der Ölverarbeitung Deutschlands befinde sich in russischer Hand. Dabei verwies er etwa auf die Raffinerie im brandenburgischen Schwedt.

Er rede nicht von Verstaatlichung, betonte der Linken-Politiker: "Es darf nur nicht sein, dass ein Aggressor Teile der deutschen Infrastruktur kontrolliert und sogar kriegsbedingte Sonderprofite bei uns erwirtschaftet."

Auch alle Konten und Vermögensbestände russischer Oligarchen hierzulande müssten eingefroren oder beschlagnahmt werden.

Der Bundesratspräsident sprach sich auch dafür aus, weiter Waffen an die Ukraine zu liefern. "Die Ukraine wurde angegriffen und hat das Recht darauf, sich zu verteidigen – und zu diesem Zweck Waffen zu erhalten", teilte Ramelow in dem Interview mit.

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa

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