"Nicht zu rechtfertigen": Boris Palmer fordert Ende von 2G-Regel im Handel

Tübingen - Ob Ausstellungs-Messen oder Fitness-Studios: In Deutschland herrscht dank unterschiedlicher Länder-Regeln ein Corona-Flickenteppich! Boris Palmer (49, Grüne) hat jetzt klare Forderungen - auch, was die 2G-Regelungen im Einzelhandel angeht.

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (49, Grüne).
Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (49, Grüne).  © Bernd Weissbrod/dpa

Mit einheitlichen Regeln ist es bei vielen Dingen in der Bundesrepublik nicht weit her - so auch, wenn es ums Thema Corona geht.

Deutschlands wohl bekanntester Rathauschef hat sich jetzt gleich drei Themen vorgeknöpft.

Auf seiner Facebook-Seite sprach der 49-Jährige von einem deutschen "Regelgestrüpp": "Keiner blickt mehr durch. Grandios ist der Vergleich der Messeregeln oder der Fitnessstudios. Was das eine Land erlaubt, ist im andern verboten und umgekehrt."

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Doch wie ändern? Palmers Vorschlag: "Ich bin dafür, alle Corona-Regeln durch eine einzige zu ersetzen: Alle Erwachsenen sind verpflichtet, sich bis 1. März zweimal impfen zu lassen."

Dann fielen am 1. März alle Regeln weg. "Kein 3G, kein 2G, kein 2G-Plus, alles weg. Einfach wieder leben. Deal?" Die Idee, dass die Regeln durch eine allgemeine Impfpflicht aller Erwachsenen Schnee von gestern wird, stieß auf jede Menge Widerspruch.

"Lachhaft", antwortete ihm eine Userin. "Wir könnten sofort wieder leben, wenn Politiker das nicht mit diesem Irrsinn verhindern würden." Sie befand: "Alle Maßnahmen sofort aufheben, wäre die einzig vernünftige und gebotene Regelung. Viele Länder machen es vor und lachen nur noch über uns."

Ein Nutzer ließ den Grünen-Politiker wissen: "Ich bin dafür alle Regeln fallen zu lassen (wie es in genug Ländern passiert) und jeder sollte frei entscheiden dürfen, ob er sich impfen lässt oder nicht, schließlich wurden wir ja die letzten zwei Jahre genügend über die Vor- und Nachteile einer Impfung informiert!"

Palmer: Impfung schützt bei Omikron kaum noch vor Wiedergabe

Was 2G im Einzelhandel angeht, ist die Regelung für Palmer "nicht zu rechtfertigen". (Symbolbild)
Was 2G im Einzelhandel angeht, ist die Regelung für Palmer "nicht zu rechtfertigen". (Symbolbild)  © Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

Eine weitere Nutzerin (laut eigenen Worten dreimal geimpft) zeigte sich vom Impfen enttäuscht: "Damals habe ich noch an die Versprechen, dass man andere schützt geglaubt. Ich habe es gemacht um meine schwangere Tochter zu schützen. Außerdem bin ich ein Freund des Impfens."

Der Impfstoff habe ihr dreimal übelste Nebenwirkungen beschert, eine vierte Injektion schloss sie für sich aus: "Ich fühle mich verarscht und belogen und das nunmehr seit Jahren."

Tja, und dann äußerte sich Palmer in einem weiteren Posting zur 2G-Regelung im Handel. Die ist inzwischen in drei Bundesländern (Bayern, Niedersachsen, Saarland) gekippt worden. Für den 49-Jährigen "politisch an der Zeit".

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Denn: "Die 2G-Regel im Einzelhandel ist nicht zu rechtfertigen. Mit Omikron schützt die Impfung nur noch vor schwerem Verlauf, kaum noch vor Weitergabe der Infektion. Also sind Getestete nicht anders zu behandeln als Geimpfte, jedenfalls nicht schlechter."

Mit Maske und Abstand einkaufen sei kein relevantes Risiko. "Es ist falsch, den Einzelhandel zum Prellbock zu machen und durch Aussperrung von Ungeimpften einen Impfdruck zu erzeugen."

Wer eine Impfpflicht wolle, der solle diese ins Gesetz schreiben (wofür Palmer ist): "Für die Innenstädte geht es so nicht weiter. Die Kosten sind viel höher, die Umsätze viel niedriger und Amazon lacht sich kaputt vor Aufträgen. Daher: Weg mit den Zugangsbeschränkungen im Einzelhandel, mindestens aber Rückkehr zu 3G."

Titelfoto: Montage: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa, Bernd Weißbrod/dpa

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