Nehmen uns Bundesliga-Profis Corona-Tests weg? Boris Palmer redet Klartext!

Tübingen - Bis zum 30. April ruht der Ball, wohl frühestens ab Mitte Mai geht der Bundesliga-Spielbetrieb weiter. Wenn die Fußball-Profis dann regelmäßig auf das Coronavirus getestet werden, fehlen die Tests an anderer Stelle? Und: Überlasten die Partien die Polizei in Zeiten der Pandemie?

Mit dem Coronavirus (links eine Illustration) und den Folgen beschäftigt sich Boris Palmer seit Wochen. (Montage)
Mit dem Coronavirus (links eine Illustration) und den Folgen beschäftigt sich Boris Palmer seit Wochen. (Montage)  © Montage: CDC/Zuma Wire/dpa, Silas Stein/dpa

Deutschlands berühmtestes Stadtoberhaupt, Tübingens OB Boris Palmer (47, Grüne), hat sich mit diesen Fragen beschäftigt.

"Ja zur Bundesliga" überschrieb er seinen Beitrag dazu auf Facebook. "Wenn 18 Mannschaften mit einem Kader von 20 Leuten engmaschig getestet werden, braucht das 25.000 Tests", schrieb der Grünen-Politiker. Und fragte: "Nimmt das jemandem was weg?"

Die Antwort lieferte er prompt: "Nein." Seine Begründung: "Allein diese Woche sind 500.000 Tests gar nicht gemacht worden, obwohl die Labore dafür bereit sind."

Auf der anderen Seite stünden hunderte Millionen Euro Umsatz und somit auch Steuereinnahmen. Und davon ganz abgesehen: "Fußball hilft vielen Menschen eine traurige und langweilige Zeit besser zu bewältigen."

Was also sollte dagegen sprechen, will der bei den Grünen nicht unumstrittene Schwabe wissen. 

"Kritik an den absurden Gehältern der Stars? Sehr angebracht", schreibt Palmer. "Aber kein Zusammenhang mit Corona."

Wie schaut es mit einer Überbelastung der Polizei aus? "Die hat zurzeit weniger zu tun, z. B. weniger Unfälle und Kriminalität. Und die Kapazität für den Fußball war bei vollen Stadien da. Dann wird sie auch leere Stadien beherrschen." Und trotzdem lehne das Robert-Koch-Institut das Konzept ab, "weil die Fußballprofis damit etwas bekommen (ständige Tests), das andere nicht erhalten".

Palmer zuletzt massiv beschimpft

Das stimme, räumt der 47-Jährige ein. "Aber nur als Kassenleistung. Wer selbst zahlt, bekommt jederzeit einen Test."

Palmers Fazit: "Ich bin für Autokino und Geisterspiele. Was trotz Corona geht, sollte man nicht verbieten, nur weil anderes nicht geht." Wie berichtet, beschäftigte sich Palmer in den zurückliegenden Wochen intensiv mit dem Coronavirus und meldete sich wiederholt zu Wort. 

So sprach er sich dafür aus, Jüngere wieder zur Arbeit zu schicken und Ältere vorübergehend zu isolieren (TAG24 berichtete). Auch warnte er vor den wirtschaftlichen Folgen eines langen "Shutdowns" und vor möglichen Rentenkürzungen (TAG24 berichtete).

Dafür schlug ihm jede Menge ungezügelter Hass entgegen. So beschimpften ihn etwa anonyme Briefeschreiber als "schwules Arschloch" und "Wichser", äußerten obszöne Gewaltfantasien gegen den OB (TAG24 berichtete).

Titelfoto: Montage: CDC/Zuma Wire/dpa, Silas Stein/dpa

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