Debatte um Corona-Aussagen von Boris Palmer: Teilweise Rückendeckung von Kretschmann

Stuttgart - Ministerpräsident Winfried Kretschmann (71, Grüne) hat den Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (47, Grüne) in der Debatte um einen Parteiausschluss oder Ordnungsmaßnahmen in Schutz genommen.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (71, Grüne, rechts im Bild) hat Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (47, links im Bild) in der laufenden Debatte in Schutz genommen. (Fotomontage)
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (71, Grüne, rechts im Bild) hat Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (47, links im Bild) in der laufenden Debatte in Schutz genommen. (Fotomontage)  © Montage: Sebastian Gollnow/dpa, Jana Hoeffner/Staatsministerium Stuttgart/dpa

Palmer bekleide kein einziges Parteiamt, sondern sei ein ganz normales Mitglied der Grünen. "Deswegen muss man das auch so werten: Da hat ein Mitglied was gesagt", sagte Kretschmann am Dienstag in Stuttgart. 

Das Recht habe Palmer. "Das muss man, glaube ich, aushalten in einer Partei, die inzwischen so groß ist wie wir - dass da Leute was äußern, das man für grundlegend falsch hält."

Ordnungsmaßnahmen gegen Palmer habe er nicht zu bewerten, weil er selbst kein Parteiamt bekleide, sagte Kretschmann. "Meine Oberbürgermeister sind sehr selbstbewusste Leute, direkt vom Volk gewählt, und können erstmal sagen, was sie wollen." 

Kretschmann wies Palmers Aussagen in der Sache hingegen zurück. Der Oberbürgermeister habe sich damit erheblich verrannt. "Das geht überhaupt nicht."

Zum Umgang mit hochbetagten Corona-Kranken hatte Palmer gesagt: "Wir retten in Deutschland möglicherweise Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären" (TAG24 berichtete). Dafür hatte er massive Kritik geerntet. 

Viele Grünen-Mitglieder machen sich für einen Parteiausschluss stark. Am Montag entzog ihm die Grünen-Parteispitze jegliche Unterstützung. Sollte Palmer im Jahr 2022 in Tübingen zur Wiederwahl antreten, darf er auf keine finanzielle oder logistische Hilfe seiner Partei mehr hoffen. 

Palmer rechtfertigte die Aussage mit der Sorge um armutsbedrohte Kinder vor allem in Entwicklungsländern, deren Leben durch die wirtschaftlichen Folgen des Lockdowns bedroht seien.

Titelfoto: Montage: Sebastian Gollnow/dpa, Jana Hoeffner/Staatsministerium Stuttgart/dpa

Mehr zum Thema Boris Palmer:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0