Verpflichtend! Boris Palmer hätte sich stärkere Corona-App gewünscht

Tübingen - Seit dem gestrigen Dienstag steht die Corona-Warn-App zur Verfügung (TAG24 berichtete). Auch Tübingens OB Boris Palmer (48, Grüne) hat sie sich geholt.

Seit Dienstag ist die App erhältlich.
Seit Dienstag ist die App erhältlich.  © Michael Kappeler/dpa

Im Kampf gegen das Coronavirus soll nun eine App fürs Smartphone helfen. Palmer informierte auf seiner Facebook-Seite darüber, dass er sich die Anwendung installiert hat - und auch warum.

So gab Deutschlands wohl bekanntestes Stadtoberhaupt (ist derzeit im Urlaub, damit er sich um seinen neugeborenen Sohn kümmern kann) an, dass er ab Donnerstag "wieder regulär arbeiten und viele Menschen treffen" werde. 

"Eine rechtzeitige Warnung, die mir hilft, Freunde und Angehörige zu schützen, ist für mich wichtig", so der 48-Jährige. 

Auch wisse der Grünen-Politiker, dass die Behörden im April mit der Ermittlung der Kontakte von Infizierten heillos überfordert gewesen seien: "Wenn die zweite Welle kommt, gehen wir wieder unter und in den Lockdown oder wir nutzen moderne Technik zur Unterbrechung der Infektionsketten."

Er machte auch klar, dass ihm die App in ihrer bisherigen Form nicht genug sei: "Ich hätte mir eine viel stärkere App gewünscht." Heißt konkret: "Eine, die auch GPS einsetzt, verpflichtend ist und per Gesetz direkte Quarantäne anordnet, deren Aufhebung dann manuell überprüft wird, falls es ein Fehlalarm war."

Neuer Lockdown für Palmer ein Graus

Tübingens OB Boris Palmer.
Tübingens OB Boris Palmer.  © Tom Weller/dpa

Das scheine Palmer viel weniger schlimm als die Freiheitsverluste im Lockdown. Aber das nütze jetzt nichts. "Diese App gibt es nicht. Auch eine durch Datenschutz massiv eingeschränkte App ist besser als keine App."

Der Tübinger Rathauschef ist sich in dem Beitrag sicher: "Wir scheitern als Gemeinschaft oder wir siegen als Gemeinschaft." Das Virus bedrohe manche individuell aber alle als Kollektiv. "Es dominiert unser Leben. Alleine kann ich dagegen nichts machen. Wenn wir zusammen handeln, können wir es besiegen."

Ein erneuter Lockdown ist dem Stadtoberhaupt ein Graus. 

Er denke an alle Händler, Selbstständigen, Gastwirte, Eltern, Schüler, Kita-Kinder und Kurzarbeiter, die davon in Tübingen im Herbst massiv getroffen würden. Sein Appell deshalb: "Wir können unsere Stadt davor am besten schützen, indem wir die höchste Dichte an App-Nutzern schaffen."

Von den 90.500 Einwohnern der Universitätsstadt am Neckar will der 48-Jährige wissen: "Helft Ihr mit, Tübingen vor Corona und einem zweiten Lockdown zu schützen?"

Noch ehe die Gefragten mit nein antworten können, fügt er hinzu: "Kann sein, dass es keine zweite Welle gibt und die App vor allem Fehlalarme auslöst. Das ist aber ein geringer Schaden. Ein Lockdown, weil wir die Kontrolle über die Infektionen wieder verlieren wäre hingegen ein Desaster. Ich wäre da für das kleinere Risiko..."

Titelfoto: Montage: Michael Kappeler/dpa, Tom Weller/dpa

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