Deutsche sehen Kretschmann als Kanzler-Kandidaten: So schneidet Boris Palmer ab

Tübingen - Tübingens OB Boris Palmer (48, Grüne) ist deutschlandweit bekannt, steht regelmäßig im Scheinwerferlicht. Doch sehen ihn die Deutschen auch als grünen Kanzlerkandidaten? Nun liegt die Antwort vor.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann.
Ministerpräsident Winfried Kretschmann.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Doch der Reihe nach: Die Berliner Morgenpost veröffentlichte am Sonntag das Ergebnis einer von ihr in Auftrag gegebenen Umfrage.

Es ging um die Frage, wer in den Augen der Deutschen das Zeug zum grünen Kanzlerkandidaten hat. Dazu wurden 1017 Menschen repräsentativ befragt. Der Sieger überrascht dabei.

Denn laut Umfrage trauen die Deutschen die Kandidatur nicht der Parteispitze Robert Habek (50) und Annalena Baerbock (39) zu, sondern dem Landesvater von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann (72)!

Laut Berliner Morgenpost eigne sich Kretschmann für 29 Prozent der Befragten am besten für die Kandidatur (dagegen sind 48 Prozent). 

Für Habeck sprechen sich 25 Prozent aus (dagegen: 47 Prozent), für Baerbock nur 18 Prozent. Die grüne Co-Chefin halten satte 55 Prozent der Befragten für nicht geeignet.

Doch Kretschmann muss dem Parteichef Platz machen, wenn man sich nur das Lager der Grünen-Wähler anschaut. Dort wollen laut Umfrage 56 Prozent einen Kandidaten Habeck und immerhin noch 50 Prozent eine Kandidatin Baerbock, nur 34 Prozent halten den 72-jährigen Schwaben für Kanzler-Material.

Boris Palmer landet weit abgeschlagen

Tübingens Rathauschef Boris Palmer.
Tübingens Rathauschef Boris Palmer.  © Tom Weller/dpa

Es lohnt aber auch noch ein Blick auf die hinteren Plätze der Umfrage. Denn dort taucht Deutschlands wohl bekanntestes Stadtoberhaupt auf: Boris Palmer. 

Der Ausnahme-Grüne kommt in der Umfrage immerhin auf 11 Prozent. Vor sich steht aber noch jemand anderes im Ranking.

Nämlich Anton Hofreiter (50). Der Fraktions-Vorsitzende im Bundestag landet mit 13 Prozent vor dem meinungsstarken Schwaben Palmer. Weit abgeschlagen sind sie jedoch beide.

Die Umfrage thematisierte Palmer am Sonntag auf seiner Facebook-Seite

Unter der Überschrift "Kanzler Palmer?" schrieb der 48-Jährige: "Ich wäre zwar nie auf die Idee gekommen, diese Frage zu stellen. Wieso sollte bitte der OB von Tübingen Kanzlerkandidat werden? Und sollten die Grünen überhaupt einen Kanzlerkandidaten aufstellen?"

Allerdings helfe das Ergebnis dabei, "die Frage zu beantworten, ob es Gründe gibt, mich zum Austritt aus meiner Partei aufzufordern".

Was seine Platzierung innerhalb der Umfrage knapp hinter Hofreiter angeht, zeigt sich Palmer alles andere als unglücklich: "Ich werde also von den Wählern meiner Partei in etwa für so befähigt angesehen wie der langjährige Fraktionsvorsitzende. Das ist doch erfreulich."

Titelfoto: Montage: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa, Tom Weller/dpa

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