Daten von gewaltbereiten Asylbewerbern: Boris Palmer sucht Hilfe bei Horst Seehofer

Tübingen - Im Streit um eine Liste mit auffällig gewordenen Asylbewerbern hat sich Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) gewandt.

Boris Palmer (rechts) wendet sich im Streit um die Asylbewerber-Liste an höhere Stelle. (Bildmontage)
Boris Palmer (rechts) wendet sich im Streit um die Asylbewerber-Liste an höhere Stelle. (Bildmontage)  © Montage: Christoph Schmidt/dpa, Tom Weller/dpa

In einem Brief fordert er eine Regelung, die einen Datenaustausch zwischen Polizei und Kommunen ermöglicht, wie die Südwest Presse (Dienstag) berichtet und die Stadt Tübingen bestätigt. 

"Der Staat darf sich nicht so weit selbst beschränken, dass die rechte Hand nicht mehr weiß, was die linke tut", schreibt Palmer dem Bericht zufolge an Seehofer.

Tübingen hatte Daten über Straftaten, die von der Polizei an die Ausländerbehörde fließen, anderen städtischen Behörden zur Verfügung gestellt und zusammengeführt. 

Der Landesdatenschutzbeauftragte Stefan Brink hatte diese Praxis verboten und die Löschung aller erfassten Daten angeordnet

Die Daten unterlägen einer Zweckbindung und dürften nicht einfach so für etwas anderes verwendet werden.

Palmer hält das Verbot für falsch. Er fordere Seehofer auf, die Daten-Zweckbindung per Verordnung oder Gesetz so zu erweitern, "dass Sicherheitsbehörden, Ausländerbehörde und Sozialbehörde sinnvoll zusammenarbeiten können. Das dient der Gefahrenabwehr wie der Integration gleichermaßen", schreibt Palmer laut Zeitungsbericht.

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