Boris Palmer und seiner Familie wird qualvoller Corona-Tod gewünscht

Tübingen - Boris Palmer sagte einen Satz, der auf viel Kritik gestoßen ist. Seine Partei "Die Grünen" distanzieren sich von ihm und manche von ihnen wollen ihn sogar aus der Partei haben. 

Oberbürgermeister von Tübingen Boris Palmer.
Oberbürgermeister von Tübingen Boris Palmer.  © DPA / Sebastian Gollnow

"Wir retten in Deutschland möglicherweise Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären", sagte der 47-Jährige vor einigen Tagen in einem TV-Interview und zog damit jede Menge Unmut auf sich. 

Er bezog sich dabei auf die Behandlung älterer Patienten und verwies darauf, dass Lockerungen für jüngere Menschen und die Wirtschaft wichtig seien. 

In einem Facebook-Post schreibt der Tübinger Oberbürgermeister und zitiert einen in der Welt erschienen Kommentar von ihm und wie die Leute ihren Unmut gegenüber ihm ausdrücken: "'Hoffentlich erkranken Sie bald an Corona und Ihnen wird das Beatmungsgerät bei vollem Bewusststein abgestellt.' 

Mein Postfach hat sich in den letzten Tagen mit mehreren tausend Emails gefüllt. Viele Schreiber drohen mir den Tod an oder wünschen mir eine möglichst qualvolle Form des Sterbens. Die Wut macht nicht einmal vor meiner Familie Halt. Die gerechte Strafe für meine Worte sei ein schmerzerfüllter Tod meiner Angehörigen. Wir reden hier nicht von anonymen Provokationen anonymer Fakeprofile im Internet, sondern von Briefen mit Namen und Absendern."

Der Oberbürgermeister hatte sich bereits für die drastischen Worte gerechtfertigt. (TAG24 berichtete...) "Es war ein Satz, der den Eindruck erwecken konnte, ich würde das Leben von älteren Menschen für weniger wertvoll oder gar wertlos erachten. Wenn das zuträfe, hätte ich die elementaren Grundsätze unserer Gesellschaft missachtet und könnte nicht länger Oberbürgermeister sein. Es war aber niemals mein Ansinnen, über die Wertigkeit von Leben zu urteilen", schrieb er in dem Facebook-Post. 

Und er sagte auch, dass er den Satz so nicht hätte sagen sollen. Doch die Konsequenzen sind bereits in vollem Gange. Die Partei distanziert sich immer weiter von ihm. 

Palmer reagierte gelassen auf die Entscheidung der Partei, ihn im Wahlkampf keine logistischen und finaziellen Hilfen zukommen zu lassen. "Die Kandidatenfindung für die Tübinger OB-Wahl kann noch eine Weile warten", erklärte der Amtsinhaber. "Dann ist genug Zeit, das in Ruhe zu besprechen." 

Gewählt wird dort erst im übernächsten Jahr.

Titelfoto: DPA / Sebastian Gollnow

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