Boris Palmer wütend: "Corona-Testpflicht in Altenheimen wurde aktiv verhindert"

Tübingen - Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (48, Grüne) hat Bund und Länder dafür kritisiert, viel zu spät Corona-Tests in Altenheimen verpflichtend angeordnet zu haben.

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (48, Grüne, rechts im Bild) kritisierte Bund und Länder dafür, viel zu spät Corona-Tests in Altenheimen (links) verpflichtend angeordnet zu haben. (Fotomontage)
Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (48, Grüne, rechts im Bild) kritisierte Bund und Länder dafür, viel zu spät Corona-Tests in Altenheimen (links) verpflichtend angeordnet zu haben. (Fotomontage)  © Montage: Hauke-Christian Dittrich/dpa, Silas Stein/dpa

In Tübingen seien durch regelmäßiges Testen seit September Ausbrüche verhindert oder eingegrenzt worden. Das sei die richtige Maßnahme, sagte er der Südwest Presse.

"Mit unserer Forderung, diese Tests in Heimen regelmäßig ohne konkreten Anlass durchzuführen, sind die Tübinger Pandemiebeauftragte Lisa Federle und ich immer wieder abgeblitzt und haben dann halt beschlossen, dass wir es auf eigene Faust machen", so Palmer weiter. "Was mich ärgert, ist, dass das viele Monate nicht nur verschleppt, sondern aktiv verhindert und abgelehnt wurde."

Billig sei das nicht gewesen: "Wir haben eine halbe Million Euro aus der Stadtkasse für unser Schutzkonzept bereitgestellt, und das vor einer drohenden Finanzkrise", sagte er.

Der zweite Lockdown sei extrem ineffizient: "Kontakte müssen allen verboten werden, obwohl 99 Prozent der Leute gar nicht infiziert sind. Und wie wir da wieder rauskommen, weiß im Moment auch niemand so recht zu sagen."

Palmer bekräftigte in dem Interview, im anstehenden Landtagswahlkampf helfen zu wollen. Für das Ziel, mit seiner Partei wieder an einem Strang zu ziehen, sei er bereit, sich zu bewegen.

Ob er 2022 nochmal als Oberbürgermeister antreten wolle, hänge davon ab, "ob es mir zumindest gelingt, die Tübinger Grünen zu überzeugen, mit mir ein drittes Mal ins Rennen zu gehen", so Palmer. "Gegen die Partei anzutreten, müsste ich mir reiflich überlegen."

Titelfoto: Montage: Hauke-Christian Dittrich/dpa, Silas Stein/dpa

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