Nach Rassismus-Skandal: Boris Palmer will es jetzt ohne die Grünen machen

Tübingen - OB-Hammer in Tübingen! Oberbürgermeister Boris Palmer (49) wird offenbar nicht bei der Grünen-Urwahl im April antreten.

Er versucht alles, um im Amt zu bleiben: Boris Palmer (49).
Er versucht alles, um im Amt zu bleiben: Boris Palmer (49).  © Tom Weller/dpa

Bedeutet: Der bekannteste Bürgermeister Deutschlands wird bei der OB-Wahl im Herbst wohl als unabhängiger Kandidat versuchen, im Amt zu bleiben.

Laut der Stuttgarter Zeitung schrieb Palmer in einem Brief an die Grünen-Basis, er würde sich aufgrund des "nun beginnenden Parteiausschlussverfahrens nicht am Nominierungsprozess beteiligen" können.

"Es ist logisch und sachlich unmöglich, gleichzeitig ein Verfahren zur Nominierung und zum Ausschluss zu betreiben", hieß es darin.

Habeck unterwegs in Sachsen-Anhalt: Deshalb besucht er heute Leuna und Magdeburg
Robert Habeck Habeck unterwegs in Sachsen-Anhalt: Deshalb besucht er heute Leuna und Magdeburg

Weiter bedauere Palmer die Entwicklung, wie die dpa jetzt berichtete. Schließlich habe er als Grüner in den vergangenen 16 Jahren einiges in Tübingen erreicht.

"Ich hätte daher gerne mit eurer Unterstützung den Versuch unternommen, diesen erfolgreichen Weg fortzusetzen", so Palmer in seinem Brief an die Tübinger Parteimitglieder. "Das bleibt uns nun verwehrt. Gleichwohl hoffe ich sehr, dass Tübingen auch in Zukunft eine Stadt ist, in der das Rathaus grüne Ziele verfolgt, in der Klimaschutz und Prosperität zusammen gedacht und gemacht werden."

Boris Palmer hatte bei Facebook das rassistische "N-Wort" genutzt

Palmer ist in den vergangenen Jahren immer wieder wegen umstrittenen Aussagen mächtig in die Kritik geraten. Unter anderem wird im Rassismus vorgeworfen.

Er hatte in einem Facebook-Beitrag, bei dem es um den Ex-Fußballprofi Dennis Aogo (35) ging, das sogenannte "N-Wort" verwendet. Palmer beteuerte im Anschluss, seine Aussage wäre ironisch gemeint.

Bei Tübingens Oberbürgermeisterwahl könnte der 49-Jährige jetzt Konkurrenz aus den eigenen Reihen bekommen. Ulrike Baumgärtner, Ortsvorsteherin des Tübinger Stadtteils Weilheim und Kreisrätin der Grünen, will Palmer im Rathaus ablösen. Dort regiert der umstrittene OB seit 2007.

Das sagt Winfried Kretschmann zum Entschluss von Boris Palmer

Auch Winfried Kretschmann (73, Grüne) äußerte sich zu dem Entschluss Palmers. Es sei ein "verständlicher Schritt", sagte der baden-württembergische Ministerpräsident. Eine mögliche unabhängige Kandidatur Palmers wollte Kretschmann derweil nicht bewerten.

Aktualisiert: 18. Januar, 12.47 Uhr

Titelfoto: Tom Weller/dpa

Mehr zum Thema Boris Palmer: