Sahra Wagenknecht nach Aogo-Shitstorm: Boris Palmer ist kein Rassist!

Tübingen/Osnabrück - Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht (51) ist angesichts ihres neuen Buches "Die Selbstgerechten" (24,95 Euro, Campus Verlag) derzeit gefragter Interview-Gast. Dabei hat sie nun den in die Schlagzeilen geratenen Boris Palmer (48, Grüne) in Schutz genommen.

Derzeit viel gefragter Interview-Gast: Sahra Wagenknecht (51, Linke).
Derzeit viel gefragter Interview-Gast: Sahra Wagenknecht (51, Linke).  © Michael Kappeler/dpa

Wir erinnern uns: In den ganzen Trubel um eine WhatsApp-Nachricht von Jens Lehmann (51), die irrtümlich bei Dennis Aogo (34) landete, mischte sich unlängst auch der wohl bekannteste Rathauschef Deutschlands ein.

Palmer schrieb auf Facebook: "Der Aogo ist ein schlimmer Rassist. Hat Frauen seinen Negerschwanz angeboten." Später betonte er, dass das Posting satirisch gemeint gewesen sei. Doch der Shitstorm kam nach dem Beitrag so sicher wie das Amen in der Kirche.

Beim Grünen-Landesparteitag in Stuttgart hatte am vergangenen Wochenende eine Dreiviertelmehrheit dann gar für ein Ausschlussverfahren gegen den 48-Jährigen gestimmt.

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Im Netz wurde er seit dem Posting wiederholt als Rassist tituliert. Nun springt ihm Sahra Wagenknecht bei.

Die 51-Jährige sprach im Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) nämlich nicht nur über arrogante "Lifestyle-Linke", sondern auch über den unter Beschuss geratenen Tübinger Oberbürgermeister.

Wagenknecht lobt Tübinger Modell

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (48, Grüne).
Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (48, Grüne).  © Tom Weller/dpa

Die Frage, ob Palmer ein Rassist sei, verneinte sie gegenüber der NOZ. "Er hat mit einem Tweet provoziert, den man nicht gut finden muss. Aber er hat ihn klar als Satire kenntlich gemacht", so Wagenknecht.

Im übrigen habe der Grünen-Politiker in der Corona-Krise mit dem Tübinger Modell einen erfolgversprechenden Weg aufgezeigt, mehr Freiheiten zu ermöglichen und zugleich das Virus einzudämmen.

"Das war beispielhaft. Und ich finde, ein Oberbürgermeister sollte mehr daran gemessen werden, was er real leistet, als an der Makellosigkeit seiner Tweets."

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Angesichts der zahlreichen Anfeindungen der vergangenen Tage dürften die Worte der 51-Jährigen Balsam auf die Seele gewesen sein. Palmer bedankte sich denn auch in einem Facebook-Beitrag vom Mittwoch bei Sahra Wagenknecht.

Übrigens: Der Schwabe war erst kürzlich voll des Lobes für die Linken-Politikerin. Angesichts ihres YouTube-Videos "Was man heute noch sagen darf? Shitstorms, Cancel Culture & #allesdichtmachen" zeigte er sich begeistert: "Mit Sarah Wagenknecht [sic!] könnte ich wirklich in einer Partei sein."

Und weiter: "Ihr Engagement gegen die selbstgerechten Lifestyle-Linken, die aus komplexen politischen Fragen moralische Gewissheiten machen, ist einfach großartig."

Titelfoto: Montage: Michael Kappeler/dpa, Tom Weller/dpa

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