Shitstorm gegen Palmer: Für Aogo ist das Thema durch

Tübingen/Berlin - Im Streit um eine bei Facebook gepostete Aussage von Tübingens grünem Oberbürgermeister Boris Palmer (48, Grüne) über den früheren Nationalspieler Dennis Aogo (34) hat dieser gesagt, mit dem Thema abgeschlossen zu haben.

Für Dennis Aogo (34, links) ist das Thema rund ums Posting von Boris Palmer (48, Grüne) durch.
Für Dennis Aogo (34, links) ist das Thema rund ums Posting von Boris Palmer (48, Grüne) durch.  © Montage: Matthias Balk/dpa, Marijan Murat/dpa

"Inhaltlich habe ich nichts gegen seine Aktion, denn er richtet sich ja auch gegen die Cancel Culture", sagte Aogo in einem Spiegel-Interview (Donnerstag).

Für ihn sei nur die sprachliche Ebene "problematisch. Wenn ich das im Kontext betrachte, kann ich die Ironie aber natürlich erkennen. Für mich ist das Thema damit durch."

Auf Aogos Facebook-Seite hatte jemand behauptet, er habe das N-Wort in Zusammenhang mit einer obszönen Anmache selbst gebraucht.

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"Für die Behauptung gab es keine Grundlage, es war sogar ein Fake-Profil. Das ist eine Gefahr", sagte Aogo. Er erstattete Strafanzeige.

Palmer hatte diesen Post aufgegriffen und laut eigener Aussage ironisch verwendet. Daraufhin wurde ihm nicht nur von seinen Parteikollegen Rassismus vorgeworfen, er soll nun aus der Partei ausgeschlossen werden.

Mit einer Dreiviertelmehrheit hatte der Landesparteitag am Wochenende für ein Ausschlussverfahren gegen Palmer gestimmt. Der Ex-Nationalspieler hat einen nigerianischen Vater.

Morddrohungen gegen Aogo und seine Frau

Aogo war selbst unter Druck geraten - nach einer Äußerung ("Trainieren bis zum Vergasen") während einer Sendung des TV-Senders Sky lässt er seine Tätigkeit als Experte derzeit ruhen.

Er und seine Frau seien in den vergangenen Tagen massiv beschimpft worden. "Es ist extrem. Es gab Morddrohungen und äußerst rassistische Beleidigungen gegen mich und meine Frau. Unterste Schublade."

Titelfoto: Montage: Matthias Balk/dpa, Marijan Murat/dpa

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