Boris Palmer wettert gegen Kita-Fahrplan der Landesregierung: "Schwarzer Peter liegt bei uns"

Tübingen - Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (47, Grüne) hält den Fahrplan der Landesregierung zur weiteren Öffnung des Kitabetriebs für praxisfern und nicht durchführbar.

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (47, Grüne).
Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (47, Grüne).  © Fabian Sommer/dpa

Damit seien bei Eltern Hoffnungen geweckt worden, die die Kommunen als Kita-Träger nun enttäuschen müssten, sagte er der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. "Der schwarze Peter liegt jetzt bei uns", so Palmer.

Kultusministerin Susanne Eisenmann (55, CDU) zufolge soll ab Montag die Betreuung an Kitas schrittweise auf bis zu 50 Prozent der Kinder ausgeweitet werden - beispielsweise durch ein rollierendes System, in dem Kinder in festen Gruppen abwechselnd an einzelnen Wochentagen in die Kita kommen.

Laut Palmer steht in den Einrichtungen seiner Stadt kein Personal zur Verfügung, um neue Gruppen zu schaffen. Mögliche Risiko-Patienten unter den Erzieherinnen sollen nach betriebsärztlichem Rat keine Kontaktarbeit mit Kindern leisten. 

Dass eine Erzieherin verschiedene Gruppen betreut, hält Palmer für kontraproduktiv: "Wir würden neue Infektionsketten schaffen, wenn wir Personal in mehreren Gruppen abwechselnd einsetzen."

In Tübingen gibt es derzeit wie in anderen Städten eine Notbetreuung für wenige Kinder, deren Eltern etwa bei der Arbeit unabkömmlich sind.

Titelfoto: Fabian Sommer/dpa

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