"Bundestag darf mich nicht loswerden": Gysi will wieder mitmischen

Berlin - Der langjährige Fraktionschef der Linken im Bundestag, Gregor Gysi (72), will weiter in der Bundespolitik mitmischen und tritt auch bei der nächsten Wahl wieder für den Bundestag an.

Gregor Gysi kommt zu einer Debatte zur Belarus-Politik im Bundestag.
Gregor Gysi kommt zu einer Debatte zur Belarus-Politik im Bundestag.  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Er habe lange darüber nachgedacht, ob er noch einmal kandidieren solle, sagte Gregor Gysi der Deutschen Presse-Agentur.

"Ich habe mich letztlich dafür entschieden, um als Mitglied des Bundestages endlich noch die Gleichstellung von Ost und West auf allen Gebieten, insbesondere beim Lohn, der Rente und Berufsabschlüssen zu erleben. Vorher darf der Bundestag mich nicht loswerden. Tja, Union und SPD hätten sich eben beeilen sollen."

Nach Angaben von Fraktionssprecher Michael Schlick will sich der 72-Jährige erneut um das Direktmandat im Berliner Wahlkreis Treptow-Köpenick bewerben. Auf der Liste der Partei werde Gysi - wie schon 2017 - nicht kandidieren. Als Termin für die Bundestagswahl nächstes Jahr hat Innenminister Horst Seehofer (CSU) den 26. September vorgeschlagen.

Gysi ist seit Mai außenpolitischer Sprecher der Fraktion. Der promovierte Jurist sitzt mit Ausnahme der Jahre 2002 bis 2005 seit der deutschen Wiedervereinigung 1990 im Bundestag und führte die meiste Zeit davon die Fraktion der Linken und deren Vorgängerin der PDS (Partei des Demokratischen Sozialismus) beziehungsweise die Bundestagsgruppe der PDS.

Gregor Gysi bei einem Interviewtermin im Jakob-Kaiser-Haus des Deutschen Bundestages.
Gregor Gysi bei einem Interviewtermin im Jakob-Kaiser-Haus des Deutschen Bundestages.  © Christoph Soeder/dpa

In der DDR war Gysi seit 1967 Mitglied der Staatspartei SED, aus der die PDS später hervorging.

Titelfoto: Christoph Soeder/dpa

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