Bei Lanz: Özdemir nimmt AfD-Meuthen auseinander: "Unbeschreiblich widerlich!"

Hamburg/Stuttgart - Auch rund um die Pandemie hat die Alternative für Deutschland schon für viele Skandale gesorgt.

AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen (59) wurde bei der ZDF-Sendung Markus Lanz ganz schön in die Mangel genommen.
AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen (59) wurde bei der ZDF-Sendung Markus Lanz ganz schön in die Mangel genommen.  © ZDF/Cornelia Lehmann

Einige Politiker tun sich schwer damit, Masken zu tragen. Und der Großteil der AfD, wie Fraktionsvorsitzender Alexander Gauland (80), nutzt in ihren Reden Kampfbegriffe wie "Corona-Diktatur".

Mit alledem will AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen (59) jedoch nichts zu tun haben. "Dass ich von dem Begriff ‚Corona-Diktatur‘ nicht begeistert bin, ist bekannt", sagte er am Mittwoch in der ZDF-Sendung "Markus Lanz".

Es war nur eine von vielen Aussagen, die Grünen-Politiker Cem Özdemir (55) in der TV-Runde auf die Palme brachte. So stellte dieser die naheliegende Frage: "Sind Sie überhaupt von irgendetwas begeistert, was Ihre Partei macht?"

Denn schon zuvor distanzierte sich Meuthen mehrfach von Kollegen. Unter anderem von Thüringens AfD-Fraktionsvorsitzenden Björn Höcke (48), der im August vergangenen Jahres die Pandemie für beendet erklärt hatte und deshalb keine Impfstoff-Bestellung für nötig hielt.

AfD-Bundessprecher Meuthen zur Gewalt bei Demo in Dresden: "Was hat das mit meiner Partei zu tun?"

Grünen-Politiker Cem Özdemir (55) zeigt in der Diskussion klare Kante gegen die AfD.
Grünen-Politiker Cem Özdemir (55) zeigt in der Diskussion klare Kante gegen die AfD.  © ZDF/Cornelia Lehmann

Auch von Gewalt hält Meuthen nichts. Doch als es in der Diskussion um die Verantwortung der AfD bei den Demo-Ausschreitungen in Dresden ging, gerät der Politiker ins Schwimmen.

"Unbeschreiblich widerlich", verurteilte Özdemir die Angriffe gegen die Polizisten, während sich Meuthen fragte: "Was hat meine Partei damit zu tun?"

Immerhin hätten AfD-Vertreter auf der Veranstaltung gesprochen, reagierte Özdemir prompt.

Davon wisse er nichts, und er habe dies auch nicht geprüft, versuchte sich Meuthen noch zu verteidigen, der von Özdemir zunehmend in die Mangel genommen wurde.

Der Grünen-Politiker stört sich nämlich außerdem an Meuthens Versuch, sich "bürgerlich" zu geben, während seine Parteikollegen Verbindungen zu rechtsextremen Gruppen pflegen.

Özdemir nannte es eine "raffinierte Arbeitsteilung": "Die einen sind für den Flügel da, andere für Demonstrationen, wo Polizisten verprügelt werden (...). Dann gibt es einen Herr Meuthen für die Talkshow, der sagt, wir (die AfD, Anm. d. Red.) sind eine bürgerliche Partei."

Titelfoto: ZDF/Cornelia Lehmann

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