Einwanderungsland Deutschland: Cem Özdemir rührt mit emotionalem Instagram-Post

Stuttgart - Was für ein emotionaler Post! Bei Instagram hat der Bundestagsabgeordnete Cem Özdemir (Grüne, 55) an die Geschichte Deutschlands als Einwanderungsland erinnert.

Für die Grünen im Bundestag: Cem Özdemir (55).
Für die Grünen im Bundestag: Cem Özdemir (55).  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Dabei griff der Politiker seine eigene Herkunft auf. Die Eltern des in Bad Urach (Baden-Württemberg) geborenen Özdemirs stammen nämlich aus der Türkei.

Seine Mutter Nihal sowie sein Vater Abdullah sind im Rahmen des Anwerbeabkommens in den 60er Jahren nach Deutschland gekommen, mit dem die Bundesrepublik dem Problem des Fachkräftemangels entgegengetreten war.

Özdemirs Eltern haben sich dabei kennengelernt.

"Ich bin also quasi ein Produkt des Anwerbeabkommens", so der Grünen-Politiker auf Instagram.

Auf dem Bild, das Özdemir in seinem Post eingebettet hat, ist er mit den Eltern in seinem damaligen Wahlkreisbüro in Ludwigsburg zu sehen.

Sein Vater und seine Mutter leben heute nicht mehr, erzählt er. Beerdigt wurden sie in Bad Urach, im muslimischen Bereich des Friedhofs, den es inzwischen gibt. "Früher wurden die Leichen noch in die Heimatländer geflogen, um dort beigesetzt zu werden", erinnert der 55-Jährige.

Cem Özdemir erinnert an den schrecklichen Anschlag in Hanau

Mama Nihal und Papa Abdullah (r.) besuchen im Juni 1995 ihren Sohn Cem Özdemir (l.) in seinem damaligen Wahlkreisbüro in Ludwigsburg.
Mama Nihal und Papa Abdullah (r.) besuchen im Juni 1995 ihren Sohn Cem Özdemir (l.) in seinem damaligen Wahlkreisbüro in Ludwigsburg.  © IMAGO / Jürgen Eis

Özdemir weiß: "Meine Eltern haben wie Tausende andere Migrantinnen und Migranten damals hart gearbeitet und so zum Wirtschaftswunder beigetragen."

Darauf ist der Grünen-Politiker stolz. Denn diese Menschen haben ihm zufolge erreicht, dass die nachfolgende Generation "heute selbstverständlich ein Teil dieses Landes" sei.

Aufgrund der Geschichte Deutschlands als Einwanderungsland sieht Özdemir die Bundesrepublik aber auch in der Verantwortung.

Man müsse dafür sorgen, "dass alle gleiche Chancen auf Bildung und ein gutes Leben bekommen, egal wie der Nachname klingt."

Dass dies längst nicht der Fall ist, sei Özdemir bewusst und so erinnert er in diesem Zuge an die "schrecklichen Anschläge von Hanau".

Dennoch ist er grundsätzlich positiv gestimmt: "Es tut gut, die große Mehrheit der Menschen in unserem Land dabei hinter sich zu wissen. Deutschland ist heute bunt und vielfältig, auch dank unserem großartigen Grundgesetz als gemeinsamer Basis unseres Zusammenlebens."

Titelfoto: IMAGO / Jürgen Eis/Bernd von Jutrczenka/dpa/Fotomontage

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