Lindner will Bürger um 10 Milliarden Euro entlasten!

Berlin - Grundfreibetrag, Einkommensgrenzen, Kindergeld: Laut Spiegel-Informationen plant Finanzminister Christian Lindner (43, FDP) ein gigantisches Entlastungspaket für die inflationsgebeutelten Bürger. Familien stehen dabei besonders im Fokus des FDP-Chefs.

Bundesfinanzminister Christian Lindner (43, FDP) macht nächstes Jahr mehr als zehn Milliarden Euro locker.
Bundesfinanzminister Christian Lindner (43, FDP) macht nächstes Jahr mehr als zehn Milliarden Euro locker.  © dpa/Kay Nietfeld

Lindner will die Steuerzahler angesichts der gestiegenen Preise im kommenden Jahr um 10,1 Milliarden Euro entlasten. Darüber berichtete das Nachrichtenmagazin Der Spiegel und nannte auch erste Zahlen zu möglichen Steuersenkungen und einer Erhöhung des Kindergelds.

Ein Konzept, das für 2024 einen weiteren Entlastungsschritt im Umfang von rund vier Milliarden Euro vorsieht, will Lindner noch diese Woche vorstellen.

So werde der Grundfreibetrag - also das steuerfreie Existenzminimum - und der Steuertarif an die Inflationsrate angepasst. Lindners Fachleute rechnen dieses Jahr mit einer Inflation von knapp sechs Prozent, im darauffolgenden gehen sie von 2,5 Prozent aus.

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Das bedeutet, dass der Grundfreibetrag 2023 von 10.348 Euro auf 10.633 Euro und 2024 auf 10.933 Euro angehoben wird. Gleichzeitig gilt der Spitzensteuersatz (derzeit ab 58.597 Euro) im nächsten Jahr erst bei 61.972 Euro, ab übernächstem bei 63.521 Euro.

Wird das Kindergeld erhöht?

Gleichzeitig soll das Kindergeld erhöht werden. 2023 gibt es dann 227 Euro für Kind eins, zwei und drei und im Jahr darauf noch mal sechs Euro mehr.

Wie kann der Staat aber überhaupt Gewinne mit der Inflation machen? Wenn Arbeitgeber ihren Angestellten mehr Lohn zahlen, der die Inflation ausgleichen soll, dann können diese automatisch in höhere Steuerklassen rutschen.

Das "progressive" Steuersystem führt nämlich pro mehr verdientem Euro einen höheren Anteil ans Finanzamt ab. Die Folge: Der gut gemeinte Inflationsausgleich führt zu mehr Steuern bei gleichbleibender Kaufkraft.

Titelfoto: dpa/Kay Nietfeld

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