Antrittsbesuch der Kultur-Staatsministerin: Claudia Roth auf Kulturschau in Sachsen

Dresden/Leipzig - Antrittsbesuch im Freistaat: Die nicht mehr ganz, aber immer noch neue Kulturstaatsministerin Claudia Roth (66, Grüne) reist durch Sachsen. Die Leipziger Buchmesse und das Japanische Palais der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) gehörten zum Besuchsprogramm am gestrigen Donnerstag.

Claudia Roth (66, Grüne) hatte Spaß mit einer interaktiven 3-D-Installation.
Claudia Roth (66, Grüne) hatte Spaß mit einer interaktiven 3-D-Installation.  © Sebastian Kahnert/dpa

Ministerpräsident Michael Kretschmer (46, CDU) und Kulturministerin Barbara Klepsch (56, CDU) begrüßten Roth im Café des Palais. Kretschmer würdigte die Kulturstaatsministerin: "Wir kennen Dich als begeisterte Kulturpolitikerin."

Sachsen sei ihr dritter offizieller Antrittsbesuch nach Baden-Württemberg und Hessen, so Roth. Sie sagt: "Ich möchte nicht 'die aus Berlin' sein, sondern von Anfang an ein vertrauensvolles Verhältnis mit den Bundesländern haben." Es gelte zu zeigen, welche Bedeutung Kultur habe, gerade in diesen Zeiten.

SKD-Generaldirektorin Marion Ackermann (57) erläuterte Roth bei einer Tasse Kaffee die Struktur der Kunstsammlungen. Mitarbeiterinnen des Japanischen Palais erklärten das dort umgesetzte öffentliche Nutzungskonzept von Publikumseinbindung und Nachhaltigkeit. "Darf ich das schriftlich bekommen?", fragte Roth.

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In Berlin sei es ein großes Thema, wie man die Museen zu neuen Orten machen und für die Zukunft aufstellen kann.

Beim Rundgang durch das Museum besichtigte Roth die Kinderbiennale, wo sie mit Kindern sprach und vor der knallbunten Wand mit einer interaktiven 3-D-Installation spielte, sowie die Kreativ-Werkstätten, das Damaskuszimmer und das derzeit im Palais untergebrachte Archiv der Avantgarden.

Die Kulturstaatsministerin wurde im Japanischen Palais von Kulturministerin Barbara Klepsch (56, CDU, v.l.), SKD-Direktorin Marion Ackermann (57) und Ministerpräsident Michael Kretschmer (46, CDU) begrüßt.
Die Kulturstaatsministerin wurde im Japanischen Palais von Kulturministerin Barbara Klepsch (56, CDU, v.l.), SKD-Direktorin Marion Ackermann (57) und Ministerpräsident Michael Kretschmer (46, CDU) begrüßt.  © Sebastian Kahnert/dpa

Von Leipzig über Dresden nach Chemnitz: Claudia Roth auf einer Rundreise durch Sachsen

Bereits am Vormittag hatte Roth gemeinsam mit Kretschmer und Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (64, SPD, l.) am Zukunftsgespräch zur mittlerweile dreimal abgesagten Leipziger Buchmesse teilgenommen.
Bereits am Vormittag hatte Roth gemeinsam mit Kretschmer und Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (64, SPD, l.) am Zukunftsgespräch zur mittlerweile dreimal abgesagten Leipziger Buchmesse teilgenommen.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Am Vormittag hatten Roth und Kretschmer in Leipzig an einem Krisengespräch zur Zukunft der drei Mal in Folge abgesagten Buchmesse teilgenommen – und gaben ein klares Bekenntnis für 2023 ab.

Roth outete sich dabei als "gnadenloser Fan der Leipziger Buchmesse". Sie betonte: "Diese Buchmesse hat eine ganz zentrale politische Bedeutung. Wir werden alles dafür tun, dass sie im kommenden Frühjahr wieder stattfindet." Die Messe sei so wichtig, weil sie Türen nach Mittel- und Osteuropa öffne.

Auch vom Ministerpräsidenten kam eine deutliche Ansage: "Die Buchmesse war ein Forum der Demokratie, wir alle haben Interesse daran, dass diese Tradition fortgeschrieben wird."

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Am Abend war ein Besuch der Gedenkstätte Bautzner Straße vorgesehen. Am heutigen Freitag wird sich Roth in Chemnitz über den Stand der Vorbereitungen zur Europäischen Kulturhauptstadt informieren.

Auch ein Abstecher nach Plauen ist vorgesehen. Grund: "Dort hat Rio Reiser sein letztes Konzert gegeben." Der beste Sänger ever von der besten Band ever, scherzte die ehemalige Ton-Steine-Scherben-Managerin Roth.

Titelfoto: Bildmontage: Sebastian Kahnert/dpa

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