Minister-Gerüchte um OB Hilbert: Bundestags-Wahlkampf macht Dresdner Parteien nervös

Dresden - In einem Jahr wählt Dresden einen neuen (oder den alten) Stadtchef.

Ist OB Dirk Hilbert (49, FDP) auf dem Weg nach Berlin?
Ist OB Dirk Hilbert (49, FDP) auf dem Weg nach Berlin?  © Jürgen Männel

Relativ behäbig starteten die Parteien die Suche nach geeigneten Gegenkandidaten für OB Dirk Hilbert (49, FDP). Fast alle Parteistrategen wollen die Bundestagswahl im Herbst abwarten.

Doch ein Szenario macht immer mehr Parteien plötzlich nervös: Was ist, wenn Hilbert als Minister nach Berlin gerufen wird?

Fakt ist: Eine Regierungsbeteiligung der Liberalen im Bund ist nicht ausgeschlossen. FDP-Chef Christian Lindner (42) kokettiert bereits öffentlich mit dem Amt des Finanzministers.

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Drei bis vier weitere FDP-Minister könnten gebraucht werden. Hilbert als OB einer Landeshauptstadt rückt dabei in den Blickwinkel.

Denkbar wäre beispielsweise das Amt des Entwicklungsministers. Letzter FDP-Minister in diesem Amt war Dirk Niebel (2009-2013). Beide traten gemeinsam während Hilberts erstem (erfolglosen) Wahlkampf auf.

Sollte die FDP ab Herbst Teil der Bundesregierung sein, könnte die Expertise des Dresdner Stadtchefs in der Hauptstadt gefragt sein.
Sollte die FDP ab Herbst Teil der Bundesregierung sein, könnte die Expertise des Dresdner Stadtchefs in der Hauptstadt gefragt sein.  © imago images/McPHOTO

Hilbert spricht von "Himmelfahrtskommando"

2008 unterstützte der damalige FDP-Generalsekretär Dirk Niebel (heute 58) seinen Parteifreund Dirk Hilbert (49) im OB-Wahlkampf. Niebel wurde später Entwicklungsminister.
2008 unterstützte der damalige FDP-Generalsekretär Dirk Niebel (heute 58) seinen Parteifreund Dirk Hilbert (49) im OB-Wahlkampf. Niebel wurde später Entwicklungsminister.  © Ove Landgraf

Ein potenzieller OB-Kandidat meint: "Das Szenario ist bekannt, es schreckt uns aber nicht." Dennoch würden so sämtliche Zeitpläne durcheinander gewürfelt. Vor allem die CDU tut sich aktuell schwer, einen Kandidaten in Stellung zu bringen.

Nach dem Desaster mit der OB-Kandidatur von Markus Ulbig (57) wird intern sogar überlegt, keine weiteren Gesichter zu verbrennen, sondern Hilbert als konservativen Kandidaten zu unterstützen. Die Sorge im CDU-Vorstand: Was, falls diese Variante überraschend wegbricht?

Hilbert selbst will sich erst nächstes Jahr zu einer erneuten OB-Kandidatur äußern. "Zwei Kriterien spielen für mich eine Rolle. Habe ich noch die Innovationskraft, die Stadt weiterzuentwickeln? Und: Habe ich noch das Gefühl, dass meine Stimme bei den Dresdnern gehört wird?"

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Zu seinem spekulierten Weggang nach Berlin sagt er trocken: "Das wäre ein Himmelfahrtskommando."

Titelfoto: imago images/McPHOTO/Jürgen Männel

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